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Menschen im Pantanal

Veröffentlicht am 28. Juni 2008 - 16:50h
Die ersten Menschen im Pantanal

Archäologische Untersuchungen haben ergeben, dass die menschliche Besetzung des Pantanal vor mindestens 8.000 Jahren eingeleitet wurde. Die archäologischen Funde dieser ersten primitiven Gruppen beweisen, dass ihnen zum Beispiel die Herstellung von Tonbehältern und –gefässen noch unbekannt war. Dagegen waren sie spezialisiert auf die Jagd, auf das Sammeln von Wildfrüchten und den Fischfang – und gingen sozusagen eine Art „Symbiose“ mit den überschwemmten Arealen der Region ein.

Die ersten Populationen, welche ins Pantanal eindrangen, besetzten Gebiete, die von den jährlichen Überschwemmungen weniger betroffen wurden – besonders die Abhänge am Fuss der umgebenden Gebirge (wie in Corumbá-Ladário), die Ufer von Flüssen (wie in Caracará und in São Lourenço) und Lagunen (wie die „Schwarze Lagune“ in Corumbá), auch isolierte Hügel (wie der von Caracará, in der Region von Poconé) und andere Areale in unmittelbarer Nähe von Randgebirgen (wie zum Beispiel der Serra do Amolar). Die Siedlungen dieser Populationen waren ebenfalls immer in der Nähe permanenter Flüsse angelegt. Deshalb scheint es durchaus logisch, dass schon seit dieser Zeit Wassermuscheln ebenfalls zu ihrem Speiseplan gehörten. Und diese Tatsache kann man durch archäologische Funde sowohl im Innern als auch in den Küstengebieten des südamerikanischen Kontinents nachweisen – wie am Beispiel der bekannten „Sambaquis“ im Süden und im Südosten Brasiliens.

Die unterschiedlichen Fundstätten beweisen, dass in Zeiten vor der Kolonisation Brasiliens sich eine Reihe der verschiedensten Kulturen – aus Amazonien, aus den Andengebieten und aus dem Chaco – in der Pantanal-Ebene niedergelassen hatten. Der überflutete Teil, welcher vom Stamm der Xaray besetzt wurde, nannten die ersten Spanier, die hierher gelangten, nach diesem Volk: „Mar de Xarayés“ – erst sehr viel später benannte man diese Gegend „Pantanal“. Ausser den Xaray erwähnten jene ersten spanischen Expeditionen, welche im Jahr 1541 den Rio Paraguai hinauffuhren, auch das Zusammentreffen mit anderen Eingeborenengruppen, wie unter anderen den „Orejones“, den „Guaren-Cocie“, den „Guaxarapatos“ und den „Xerebacane“. Mit Anbruch des 17. Jahrhunderts änderte sich dann das Szenario am oberen Rio Paraguai: Die Gruppen Xaray und Orejone verschwanden, von den Spaniern fast vollständig ausgerottet. Die Region wurde nunmehr zum Siedlungsgebiet der Guató und Boróros, die dann den Portugiesen zum Opfer fielen.

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