Hauptstadt Cuiabá

Veröffentlicht am 28. Juni 2008 - 16:50h

Cuiabá liegt im Norden des Pantanal-Gebiets, auf einer Höhe von 165 m über dem Meeresspiegel und hat rund 527.000 Einwohner. Die Stadt besetzt eine Fläche von 12.790 km² und gruppiert sich hauptsächlich um die Quelle des Flüsschens „Corrego da Prainha“ – dort, wo jener „Miguel Sutil“ 1719 den grössten Goldfund aller Zeiten gemacht hat. Heute zieht sich die Stadt bis hinunter zum Rio Cuiabá, der 3 km vom Stadtzentrum entfernt, die Hauptstadt einst von ihrer Schwesterstadt „Várzea Grande“ trennte. Heute verbinden verschiedene Brücken die beiden, und der moderne Flughafen der Hauptstadt befindet sich auf dem Gelände der Schwesterstadt.


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Gründung: 08. April, 1719
Lage: 176 Meter über Meer
Bevölkerungszahl: 551.098 (Stand 11/2010)
Grösse/km2: 3.362,7 km2
Bevölkerungsdichte/km2: 163,88 Einw./km2
Regenzeit: November bis Januar

Das nördliche Tor zum Pantanal

Cuiabá ist eine der heissesten Städte Brasiliens – 26º C ist ein mittlerer Wert, aber wenn man von einer Mindest-Temperatur von 10º C (nachts, Juli/August) und einem Maximum von 42º C (tags, Dezember/Februar) spricht, dann sollte man sich auf diese Gegend in punkto Kleidung sorgfältig vorbereiten.

Es regnet ausgiebig in Cuiabá und oft in den Monaten Januar bis April – Jahresdurchschnitt sind um die 1.750 mm Niederschlag. Dafür ist es zwischen Mai bis fast Oktober ausgesprochen trocken. Beherrscht wird die Gegend allgemein durch die Vegetation des Cerrado, ausgenommen am Ufer des Rio Cuiabá, wo sich ein kleines Kontingent der „Reserva Florestal“ des Distrikts befindet – das ist alles, was der Rodung und Erosion im Stadtgebiet bis heute widerstanden hat. Also erscheint uns auch der selbst zugestandene Begriff „Cidade Verde“ (Grüne Stadt) ziemlich weit hergeholt, und die wenigen Grünanlagen der Stadt sind in der Regel, besonders während der trockenen Monate, staubbedeckt. Dann bietet die Stadt einen schmuddeligen, lehmfarbenen Anblick.

Sehenswertes in Cuiabá

Es gibt, vergleichsweise mit anderen Städten, in Cuiabá nicht viel zu sehen, wofür es sich lohnen würde, hier ein paar Tage zu verbringen, bevor man sich ins Abenteuer mit der Natur einlässt – im „Pantanal“ oder in der „Chapada dos Guimarães“. Cuiabá ist eher eine Durchgangsstadt für den Touristen, hat ein paar architektonische und kulturelle Sehenswürdigkeiten, die wir Ihnen im Anschluss auflisten. Auch ein paar Hotels, die wir empfehlen können und ein paar testwürdige Restaurants, in denen besonders Fisch aus dem Pantanal die Delikatesse ist, die Sie probieren sollten.

Nehmen wir also an, Sie sind mit dem Flieger gegen Mittag in Cuiabá angekommen und möchten sich eine Nacht in einem schönen Hotel ausruhen, bevor es ins Pantanal weitergeht. Also haben Sie den ganzen Nachmittag vor sich, und wir zeigen Ihnen den wesentlichen Kern der Stadt in diesen paar Stunden:

Fangen wir mit dem imposanten Gouverneurs-Palast an und den anderen historischen Gebäuden rund um den „Praça da República“. Hier sind wir im Stadtzentrum, und hier gibt’s ein bisschen Grün und auch ein paar Bänke zum Ausruhen. Auf der Kreuzung davor steht die Kathedrale der Stadt, die „Catedral Metropolitana“, mit einem ansprechenden Äusseren, zwei Glockentürmen, und innen Fenster und Türen eingelegt mit bunten Glasmosaiken. Hinter dem Altar ein riesiges Mosaik des majestätischen Christus, erstellt von den Kindern der Stadt, und kleinere Mosaiken in den Seitenschiffen.

Neben dieser Kirche befindet sich der „Praça Alencastro“, ein anderer von Bäumen beschatteter Platz. Auf verschiedene Plätze der Stadt verteilt werden Sie offene Märkte mit Verkaufsständen entdecken, die alle möglichen Artikel des täglichen Bedarfs feilhalten. Zum Beispiel auf der „Praça Ipiranga“, dort wo sich die Avenida „Isaac Póvoas“ mit der Avenida „Tenente Coronel Duarte“ kreuzt. Davor, auf einem Hügel, steht die Kirche „Nossa Senhora do Bom Despacho“ aus dem Jahr 1720, in gotischem Baustil, inspiriert durch Notre Dame in Paris (so sagen die Beschreibungen). Das „Museu de Arte Sacra“ befindet sich neben der Kirche.

Besuchen Sie den Stadtteil „Prainha“, dort fand jener Miguel Sutil das viele Gold am Ufer des Flüsschens gleichen Namens, und hier nahm die Stadt ihren Anfang. Seite an Seite finden Sie dort die Kirche „Nossa Senhora do Rosário“ und die Kapelle „Capela São Benedito“ – beide aus dem Jahr 1722 – angelegt in barockem Baustil von den Sklaven der Minenschürfer. Interessantes Interior – beide Bauwerke stehen unter Denkmalschutz.

Sehenswert die Museen für „Antropologia“ (Anthropologie), „História Natural“ (Naturgeschichte) und „Cultura Popular“ (Volkskultur) – zusammengefasst in der „Fundação Cultural de Mato Grosso“ an jenem schon erwähnten „Praça da Republica“ – mit historischen Fotorafien, Dokumenten, Möbeln, religiöser Kunst, einer Galerie kontemporärer Kunst, ausgestopften Tieren, Steinen und Hölzern der Region, indianischen Artikeln und Waffen, archäologischen Funden und Keramiken. Das „Museu de Pedras Ramis Bucair“ enthält 4.000 archäologische Exponate – auch den Oberschenkelknochen des Tyrannosaurus Rex, aus der „Chapada dos Guimarães“, einen Meteoriten und Steinwerkzeuge aus der Neolythischen Epoche (Rua Geraldo Pimentel, 195).

Wenn man die Universität „Universidade de Mato Grosso“ von der Seite des Swimming Pools her betritt – 10 Minuten per Bus vom Stadtzentrum – findet man hier ein kleines, sehenswertes Museum mit Artikeln der Indianer, das „Museu do Índio, Museu Rondon“ eine wirklich ansprechende Asservaten-Sammlung. Gehen Sie weiter auf der Strasse, die den Campus durchquert, finden Sie zur Linken das Schild eines Mini-Zoos (Zoologico) – mit vielen sehenswerten Tieren, besonders aus dem „Pantanal“. Und gegenüber dem Zoo befindet sich das Theater.

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Sicher genug Sehenswürdigkeiten für einen Nachmittag, oder sogar für einen ganzen Tag, in Cuiabá. Und vergessen Sie nicht, am Abend jenen Fisch aus dem Pantanal zu probieren. Besonders empfehlenswert ist er in der „Peixaria Popular“ (Stadtteil Goiabeiras, Av. São Sebastião, 2324), denn die servieren dem Gast gleich eine Auswahl: „Pintado“ gekocht, Rippenstück vom „Pacu“ und paniertes Filet vom „Cachara“ mit Beigaben – reichlich und gut.

Und wenn Sie den Rest des Abends noch in angenehmer Gesellschaft verbringen möchten, dann finden Sie auf der „Avenida CPA“ ein gutes Lokal am andern, wo man im Freien sitzen kann und die Cuiabanos beobachten – besonders an den Wochenenden ist hier viel los. An der CPA gibt’s auch eine Reihe vorzüglicher „Churrascarias“, wenn Ihnen mehr nach Fleisch zumute sein sollte. Und wenn Sie am Schluss der Meinung sind, dass Cuiabá Ihnen doch viel Interessantes geboten hat, dann würden wir uns darüber freuen, denn man muss nicht unbedingt nach der Meinung anderer seinen Urlaub verbringen, sondern sollte sich aus aus einem guten Informationsfundus das herauspicken können, was einem persönlich zusagt – und das hat oft wenig mit der Meinung anderer zu tun.