Nobres

Veröffentlicht am 28. Juni 2008 - 17:04h

Die Region des gegenwärtigen Munizips von Nobres war einst Durchgangsstation am Anfang des Gold-Booms von Mato Grosso, welcher im Jahr 1747 begann – zwischen Cuiabá und Diamantino.

Das Munizip Nobres entstand aus drei “Sesmarias“ (von der portugiesischen Krone an verdiente Vasallen vergebene Ländereien): Banal, Pontezinha und Francisco Nobre. Der letzte Name stammt von einer Familie Nobre, welche in diesem Gebiet ansässig war. Das Munizip Nobres wurde am 11. November 1963 geschaffen, sein Territorium von Rosário do Oeste und Chapada dos Guimarrães abgetrennt.

Nobres liegt etwa im Mittelpunkt der Nordregion von Mato Grosso und hat heute etwa 15.000 Einwohner – Entfernung nach Cuiabá rund 130 km – das Munizip umfasst zirka 4.000 Quadratkilometer und wird von Flüssen des Amazonasbeckens sowie dem Rio Prata bewässert. Das Klima der Region ist äquatorial, feucht und heiss, mit einer jährlichen Durchschnittstemperatur von 24°C. Die bedeutendsten wirtschaftlichen Aktivitäten ist eine Zement und Kalk produzierende Industrie, Viehzucht, Landwirtschaft, Kommerz und Ökotourismus.

Grotten, Höhlen, Quellen

Nobres ist ein Gebiet von grosser Naturschönheit! Hier gibt es wunderbare, von der Natur geformte Skulpturen, unzählige Wasserfälle und Kaskaden, Höhlen und Grotten. Auch archäologische Fundstellen von grosser wissenschaftlicher Bedeutung sind hier zu entdecken, mit Felsmalereien und Inschriften, die von antiken menschlichen Kulturen in diesem Gebiet zeugen. Ausserdem besitzt Nobres eine reiche Fauna und Flora, schöne Flüsse mit kristallklarem Wasser und einige imponente Wasserfälle wie zum Beispiel den “Tombador“ oder den “Bananal“.

Grotten, Höhlen, Quellen und viel Geschichte verbergen sich im Cerrado von Nobres. Mehr als 30 Kalksteinhöhlen kann man hier besichtigen, Seen mit kristallklarem Wasser – perfekt zum Tauchen, einer Sportart, die sich in Mato Grosso steigender Beliebtheit erfreut. Noch unberührte Attraktionen haben hier ihre primitive Natürlichkeit bewahrt. Einer der fantastischsten Orte von Nobres ist die “Lagoa Azul“ (Blaue Lagune). Andere Stellen, an denen man bereits tauchen kann sind: die “Lagoa do Pai João“ und der “Poço Dois de Maio“. Eine exotische Attraktion sind die Indianer vom Stamm der Bakairi.

Eine Einrichtung von besonderem touristischem Interesse ist das Reservat Yaporã, 12 km ausserhalb der Stadt, offen für Besucher während des ganzen Jahres. Seine Struktur ist einfach und komfortabel. Das Reservat bestzt Chalets mit Suiten und einige Kioske. Ausserdem gibt es einen Campingplatz nebendran. Das Reservat befindet sich am Ufer des Rio Cuiabá, der hier an seinem Oberlauf besonders sauberes Wasser führt. Im Gebiet von Rosário do Oeste liegt die Höhle von Currupira, an der Quelle des Flusses mit dem gleichen Namen, eine fast unberührte Naturidylle, in der sich die Taucher treffen.

Um nach Nobres zu fahren, muss man fast 100 km der 140 km langen Strecke auf einer Erdpiste zurücklegen, welche in der Trockenzeit (Mai bis Oktober) im Staub versinkt. Immer wenn ein Auto sie befährt, legt sich der von ihm aufgewirbelte rote Erdstaub auf die Vegetation am Rand dieser Piste. Der Anblick ist deprimierend – es scheint, als ob man sich am Ende der Welt befinde: nichts verändert sich während dieser Strecke in der Landschaft des Übergangs zwischen Cerrado und Amazonien – eine monochromatische Vegetation aufgrund der Trockenheit und des weiss gleisenden Himmels wegen der zahlreichen Flächenbrände, die von den Farmern in der Jahresmitte angelegt werden – trotz drohender Strafen. Dazwischen stösst man plötzlich auf einen vollkommen grünen Landschaftsabschnitt mit Soja-Pflanzungen, die künstlich besprengt werden – oder man trifft auf einen Viehtrieb mit fröhlichen Treibern zu Pferd, die ihre Herde vorübertreiben.

Der Wald des Übergangs zwischen Cerrado und Amazonien ist aber bei weitem nicht so trist, wie es von der Staubpiste her den Anschein hat – im Gegenteil, abseits von der Piste öffnet sich eine berauschende Landschaft voller besonderer Eigenheiten. Nobres selbst befindet sich mitten in einem Gebiet voller Kalkstenformationen, deren Besonderheiten komplexe Höhlen und Grotten sind, Flüsse mit transparentem Wasser, dem natürlichen Lebensraum diverser Fisch- und Pflanzenarten – hier kann man herrliche Wanderungen unternehmen, tauchen und andere abenteuerliche Sportarten betreiben. Und die lange Anfahrt haben Sie nach einem Tag in Nobres glatt vergessen!

Nobres ist ein Ort, den nur wenige Menschen von ausserhalb bisher besucht haben – einfach weil sie nicht wissen, dass er existiert! Und dabei hat er doch soviele Attraktionen zu bieten! Eine davon ist die “Blaue Grotte“ im Staatspark gleichen Namens, der mit eindrucksvollen geologischen Gesteins- und Felsenformationen die Besucher empfängt – und mitten drin ein herrlicher blauer See, in dem blinde Fische schwimmen, kleine Krebse und andere typische Höhlensee-Bewohner. Besucher mit ein bisschen Vorstellungskraft mögen erkennen, dass die Lagune die Form des brasilianischen Landesumrisses wiedergibt – und inmitten der Felswände erkennt der religiöse Besucher auch eine Naturskulptur der Jungfrau Maria.

Vierhundert Meter über die Grotte der “Blauen Lagune“ hinaus, beginnt das Gelände der “Fazenda São José“. Dort kann man auf Pfaden innerhalb eines unberührten Regenwaldes bis zum Fluss Rio Salobra wandern, in dem man zwischen einem unvorstellbaren Fischreichtum schwimmen kann – Piraputangas, Dourados und viele andere Arten leben in dem kristallklaren Wasser von azurblauer Tönung. Dort trifft man auch auf Gruppen von Affen, die von den Bäumen herabsteigen, um sich am Mais gütlich zu tun, den der Guide ihnen mitbringt – wenn man nicht aufpasst, greifen sie sich auch andere kleinere Gegenstände unserer Ausrüstung! Auf demselben Gelände befindet sich eine der Quellen des Flusses, bekannt unter dem Namen “Poço Encantado“ (Verzauberte Quelle), mit sechs Metern Tiefe – man kann die “Höhle São José“ besuchen, die sich am “Morro do Solteiro“ befindet (um dorthin zu gelangen, muss man eine etwas anstrengendere Wanderung auf sich nehmen, die gutes Schuhwerk, komfortable, leichte Kleidung und, vor allem, gute Kondition erfordert).

Es gibt viele weitere Attraktionen in Nobres, wie zum Beispiel den “Cerquinha-Komplex“ – von der Lagoa Azul aus etwa 25 km weiter – er bietet Wasserfälle, Canyons und verschiedene Höhlen, die man nur unter Leitung eines Guide und entsprechender Ausrüstung betreten darf.

Die vielen Wasserfälle in Nobres zu besuchen, ist eigentlich ein Muss! Einer der bedeutendsten ist der “Tombador“, er befindet sich in der “Serra Caixa Furada“, nur etwa 5 km von der Stadt entfernt. Rund um den Fall gibt es einen mit Steinen gepflasterten Weg, der ehemals von den durchziehenden “Bandeirantes“ angelegt worden ist, die den Norden von Mato Grosso nach Gold durchforschten.

Wer das Wasser liebt, für den ist ein Besuch in der Region erst vollkommen, nachdem er mal im Rio Estevado getaucht hat – 10 km vom Park der “Lagoa Azul“ entfernt, am Rand der Strasse MT-241. Das Wasser, wie in allen Teilen dieser schönen Landschaft, ist kristallklar und voller Fische aller Grössen, welche unsere Taucher in greifbarer Nähe umschwimmen. Senhor Donato, der Besitzer des lokalen Restaurants, füttert und umsorgt die Fische als wären sie seine Kinder.

Der Rückweg nach Cuiabá ist ein bisschen angenehmer – die Sonne ist gerade untergegangen und hat den Himmel in tiefes Orangerot getaucht – die etwas frischere Temperatur macht die Beobachtung der in der Dämmerung langsam versinkenden Landschaft zum Vergnügen – Silhouetten der Bäume und Sträucher gegen den feurigen Himmel begeistern die Reisenden – hie und da sieht man die ersten Eulen auf den Zaunpfosten am Rand der Strasse sitzen.

Zweifellos lohnt es sich, ein bisschen Schweiss zu vergiessen auf der Anfahrt nach Nobres – die paradiesische Natur dort, wird Sie für alle Anstrengungen reichlich belohnen!

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Touristische Attraktionen in Nobres

Bóia-cross auf dem Rio Nobres

Dieser Fluss fliesst durch den Ort und bildet, zusammen mit den Flüssen Cuiabazinho, Serragem und Quebó den Rio Cuiabá. Jener Abschnitt des Rio Nobres, welcher zur Fazenda “Dona Máxima“ gehört – etwa 8 km vom Zentrum der Stadt entfernt – weist unzählige Stromschnellen auf. Mittels grossen, aufgeblasenen Gummi-Schläuchen (von Lastwagen-Reifen) beginnt das Flussabenteuer: die Teilnehmer treiben in ihren “Bojen“ den Fluss hinab und durch seine Stromschnellen hindurch – etwa eine Stunde dauert die Tour durch eine berauschende Natur – spezialisierte Guides sorgen für die Sicherheit der Teilnehmer, die Ausrüstung wird gestellt.

Wasserfall “Tombador“

Der schon erwähnte “Tombador-Wasserfall“ bietet eines der schönsten Naturschauspiele von Nobres. Und er hat auch eine interessante Geschichte, weil sich in seiner Nähe auch die Ruinen des ersten Wasserkraftwerks von Mato Grosso befinden. Er liegt etwa 12 km vom Ortszentrum, innerhalb der “Serra do Tombador“. Er wird vom Wasser des Rio Serragem gebildet, das aus einer Höhe vom zirka 60 Metern herabschiesst. Der Besuch dieses Falles ist ein Muss!

Der “Tucum-Wasserfall“

Auch er ist von erhabener Schönheit – mit etwa 20 Metern freiem Fall und kristallklarem Wasser. Er befindet sich auf dem Gelände einer Fazenda gleichen Namens, 10 km vom Ortskern. Bevor man zum Wasserfall kommt, hat man Gelegenheit, den Blick von einem Aussichtsturm der Fazenda zu geniessen – dann geht’s weiter zu einem Bad unter einer natürlichen Dusche – einfach herrlich! Der Besuch dieses Wasserfalls nimmt etwa einen halben Tag in Anspruch.

Der “Serra Azul Wasserfall“

Mit seinen annähernd 45 Metern freiem Fall gehört auch der “Serra Azul“ zu den bedeutendsten Fällen von Nobres. Er befindet sich zirka 90 km vom Ort entfernt – sein Wasser wimmelt von Fischen aller Grössen. Die Besucher haben dort Gelegenheit zur “Flutuação“: mit gestellten Neopren-Anzügen und Taucherbrillen den Fluss hinabzutreiben, wie ein Fisch unter Fischen in einem Riesenaquarium!

“Flutuação“ im Rio Salobra

Ein Schnorchel-Gang im “Aquário Encantado“ (Verzaubertes Aquarium) des Salobra-Flusses ist wirklich ein fantastisches Experiment! Nach einem kurzen, einführenden Training durch unseren Guide – umschwärmt von einer Unzahl grosser und kleiner Fische – legen wir uns in den tragenden Neopren-Anzügen flach aufs Wasser und tauchen mit dem durch eine Taucherbrille geschützten Gesicht in die Wasseroberfläche ein : das kristallklare Wasser bietet eine unglaublich weite Sicht auf die Flora und Fauna dieses fantastischen Aquariums. Wir treiben langsam mit der trägen Strömung und die vielerlei Arten von Fischen begleiten uns neugierig – ein nicht zu beschreibendes Erlebnis, welches ungefähr eine Stunde dauert.

Lagoa das Araras

Die “Ara-Lagune“ ist ein Spektakel für sich, das man täglich kurz vor Sonnenuntergang neu erleben kann: Etwa gegen 17:00 Uhr überfliegen riesige Schwärme des bunten “Ara-Canindé“ die von Burití-Palmen begrenzte Lagune, um sich in ihre Nisthöhlen in den Palmenstämmen zur Nacht zurückzuziehen – mit viel Geschrei und fotogenen Posen!

Die “Grotte der Blauen Lagune“

Sie ist eine der grössten Attraktionen in Nobres – einerseits wegen ihrer interessanten geologischen Gesteinsformationen und andererseits wegen ihres innerhalb der Grotte gelegenen Sees mit azurblauem Wasser, bewohnt von exklusiven Wassertieren, welche an das Höhlenambiente perfekt angepasst sind. Wenn man in die Grotte eintritt, hat man sofort das Gefühl, sich in einem Heiligtum zu befinden.

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Der “Cerquinha-Komplex“

Unter den bedeutendsten Attraktionen sind verschiedene Höhlen zu nennen, sowie der berühmte “Duto do Quebó“ – ein Tunnel, der sich über 400 Meter Länge innerhalb von Felsgestein ausdehnt, und durch den ein Bach fliesst.

Der “Estivado-Bach“

Kristallklares Wasser, welches von riesigen Schwärmen tropischer Fische bewohnt wird, die dem Besucher ein wahres Spektakel bieten, besonders wenn sie von einem Anwohner dort zur Fütterung gerufen werden. Die üppige Flora und Fauna dieses Ortes beherbergt unter anderem auch Banden von Affen, die ebenfalls dem Ruf des Anwohners Folge leisten. An dieser Stelle zogen in historischen Zeiten die “Bandeirantes“ aus São Paulo mit ihrer Karawane durch, um im Norden nach Gold zu suchen. Sie legten Knüppeldämme über den Bach an, sogenannte “Estivados“, um ihre Tiere hinüber zu bringen – daher stammt der Name.