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Hauptstadt Campo Grande

Veröffentlicht am 28. Juni 2008 - 17:13h
DIE VIEHZUCHT-METROPOLE

Die Hautpstadt des brasilianischen Bundesstaates Mato Grosso do Sul ist 1.134 km von Brasília und 687 km von Cuiabá im Bundesstaat Mato Grosso entfernt. Man nennt sie auch „Cidade Morena“, wegen der fruchtbaren, rotbraunen Erde der Region. Sie ist Eingangstor zum Süd-Pantanal und besitzt eine ordentliche Infrastruktur, mit guten Hotels und Restaurants von regionalem und internationalem Zuschnitt. Sie ist ein Zentrum wirtschaftlicher Entwicklung. Unter anderen hat sich hier auch eine der grössten Gemeinschaften Brasiliens von Nachkommen japanischer Einwanderer gebildet, die alle von der Insel „Okinawa“ stammen. Nach Auskünften von Ufologen liegt die Stadt in einem Bereich ausserirdischer Flugobjekte. Mais, Reis, Baumwolle, Kaffee und die Produktion von Schlachtvieh sind in der Region von wirtschaftlicher Bedeutung – und vor allem unzählige Dienstleistungsunternehmen!


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Gründung: 1899
Lage: 532 Meter über Meer
Bevölkerungszahl: 786.797 (Stand 11/2010)
Grösse/km2: 8.118,4 km2
Bevölkerungsdichte/km2: 97,22 Einw./km2
Regenzeit: Dezember bis April

Tipps bei einem Regentag in Campo Grande

„Museu Dom Bosco“

Dieses unverzichtbare Museum wird auch „Museu do Índio“ genannt und ist eine der bedeutendsten Attraktionen der Stadt. Es wurde 1950 von Salesianern aufgebaut und enthält eine wirklich sehenswerte Sammlung von 8.000 Exponaten der Bororo, Xavante, Carajá, Moro und anderer Indianerstämme, ausserdem 2.200 Arten von Vögeln und Säugetieren – der grösste Teil aus dem Pantanal. Eine Sammlung von 12.000 Muscheln und 9.000 Schmetterlingen, aus aller Welt, ergänzt die Sammlung.
(„Rua Barão do Rio Branco, 1.811. Täglich 8:00 bis 18:00, Samstag 8:00 bis 17:00, Sonntag 12:00 bis 18:00).

„Casa do Artesão“

In diesem historischen Gebäude aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts findet man die vollständigste Schau regionalen Kunsthandwerks im ganzen Bundesstaat.
Von den berühmten Keramiken der Kadiweu-Indianer bis zu den hausgemachten Fruchtlikören – von den typischen Bogen und Pfeilen bis zu holzgeschnitzten Skulpturen – von Spitzen und Stickereien bis zu Körben und Matten aus Palmfasern. Hier kann man tatsächlich gute Stücke unter viel Klimbim entdecken.
(„Avenida Afonso Pena“, Ecke „Calogeras“, im Zentrum. Montag bis Freitag, von 8:00 bis 18:00, Samstag 9:00 bis 17:00).

„Morada dos Baís“

War das erste doppelstöckige Haus der Hauptstadt – es wurde in Etappen, zwischen 1913 und 1918 gebaut und gehörte einem italienischen Geschäftsmann mit Namen „Bernardo Franco Baís“, der mit seiner Familie das in ekletischem Stil errichtete Gebäude während 20 Jahren bewohnte. Nach seinem Tod, 1938, wurde das Haus von einer Pension angemietet, bis es ab dem Jahr 1979 von verschiedenen Unternehmen teilbesetzt wurde. 1995 unterzog man es einer gründlichen und sehr gelungenen Restauration und jetzt stehen drei Räume für Kunstausstellungen zur Verfügung, einer für musikalische Darbietungen, einer für ein Restaurant, und in einem haben die Nachkommen der Familie Baís ein Original-Zimmer in allen Details rekonstruiert.
(Avenida Nordoeste, 5.140. Dienstag bis Samstag, von 8:00 bis 19:00, Sonntag von 9:00 bis 12:00).

„Igreja São Francisco“

Ist die einzige Kirche, die Sie sich ansehen sollten, denn sie ist zweifellos das sehenswerteste historische Gebäude der Stadt – und das, obwohl sie erst 1955 vollendet wurde. An die Kirche schliesst sich ein Kloster an. Der Komplex wurde von den Franziskanern und unter aktiver Mithilfe der Gemeinde konstruiert und erfuhr 1995-96 eine komplette Reform. Die Architektur lehnt an den Stil des Bahnhofsgebäudes von Campo Grande an. („Rua 14 de Julho, 4213. Montag bis Freitag von 7:00 bis 17:00 und Samstag von 7:00 bis 11:00).

Empfehlungen für einen sonnigen Tag in Campo Grande

„Praça Ary Coelho“

Ist der älteste Platz der Stadt, aus dem Anfang der zwanziger Jahre. Mit Springbrunnen, Freilichtbühne und Kinderspielplatz war er Schauplatz grosser und wichtiger politischer Versammlungen, in den 40er und 60er Jahren. Er ist immer noch ein typischer öffentlicher Platz, mit Geruch nach Popcorn, Zuckerwatte, verliebten Paaren und aufdringlichen Fotografen – am Tag. In der Nacht ein Trauerspiel.
(„Avenida Afonso Pena“ mit der „Rua 14 de Julho“, im Zentrum).

„Estação Ferroviária“

Der alte Bahnhof von 1914, durch den damals die Strecke „São Paulo – Corumbá“ der „Estrada de Ferro Nordoeste do Brasil“ führte. Seine Original-Architektur ist bestens erhalten – ebenfalls die inneren Anlagen und Einrichtungen, die Residenzen der Administration, das Dorf der Bahnarbeiter und die entsprechenden kopfsteingepflasterten Strassen. Ein wichtiger architektonischer Komplex, unter Denkmalschutz aber, ausser dem Bahnhof von aussen, dem Publikum nicht zugänglich.
(Anfang der Avenidas „Calogeras“ und „Mato Grosso“, im Zentrum).

„Feira Central“

Wenn Sie offene Märkte mit ihrem ganz speziellen lokalen Flair mögen, dann werden Sie auch in Campo Grande fündig: auf diesem Markt ist Tag und Nacht Betrieb – die bunten Farben der verschiedensten Gemüse, Früchte und anderer Artikel, um deren Preis man handeln kann – am Tag. Der fröhliche Betrieb an den Ständen mit verschiedenen frisch zubereiteten lokalen Spiessen und Leckereien – bei Nacht. Eine der ältesten Traditionen der Stadt, gepflegt von den stolzen Bürgern.
(Mittwoch- und Samstagmorgens, nachmittags und abends. Sonntagmorgens. In der „Rua Abrão Julio Rahe“, beim „Colégio Auxiliadora“).

„Feira do Índio“

Ist ein offener Markt der Terena-Indianer, die hier ihre Produkte und ihr Kunsthandwerk anbieten. Auf der einen Seite ihre Agrarprodukte, wie Maniok, grünen Mais, Palmherz, grüne Bohnen, Pfeffer, Tangerinen, Guaven und Pequi-Früchte. Auf der andern, schöne Keramiken und allerlei dekorative Artikel – wenn man ein bisschen Glück hat, auch ein paar seltene Stücke darunter. Beinahe so alt und traditionell wie der alte „Mercado Municipal“ (Distrikts-Markt), auf dessen Gelände er sich befindet. (Im Zentrum, zu jeder Tageszeit).

„Horto Florestal“

Dieser Park heisst mit offiziellem Namen „Parque Florestal Antônio de Albuquerque“ und befindet sich ebenfalls im Zentrum, an der Stelle des Zusammenflusses der beiden Bächlein „Prosa“ und „Segredo“ – die 1872 der Stadtgründer „José Antônio Pereira“ zum Aufbau seiner ersten Fazenda ausgewählt hatte. 1923 gegründet, umfasst der Park eine Fläche von 2,5 Hektar – zur damaligen Zeit ein grosser Park, in dem man, ausser einem Wäldchen, heute eine Jogging-Piste, einen Playground, ein Orchideenhaus, einen kleinen See, Skate- und Mountainbike-Pisten, Schnellimbiss und eine Bibliothek vorfindet.

Etwas abseits Projekte zur Einpflanzung von nativen Flora-Spezies der Region. Verbunden durch eine Brücke über die Avenida befindet sich das „Centro de Convivência do Idoso“ (Zentrum für Senioren) und das „Centro de Atividades Múltiplas“ (Zentrum der Mutiplen Aktivitäten) – mit einem Vortragssaal, Freilicht-Theater und verschiedenen Räumlichkeiten für Kurse.
(Dienstag bis Sonntag, von 5:00 bis 21:00).

„Parque das Nações Indígenas“

Der „Park der Eingeborenen Nationen“ hiess früher mal im Volksmund „Parque do Prosa“ (Park des Schwätzchens) und ist die grösste Grünfläche von Campo Grande. Auf dem fruchtbaren Boden verschiedener Grundbesitzer, die sich des Geländes für Schrebergärten und Kleintierhaltung bedienen, hat die Regierung dieses Freizeitgelände geschaffen, wegen seiner privilegierten Lage – mitten in der Stadt, auf der Höhe der „Avenida Afonso Pena“, leicht erreichbar für die Bürger aus allen Stadtteilen. Es handelt sich hier um den grössten Stadtpark der Welt – mit 119 Hektar und einer guten Infrastruktur für Sport und Freizeit.
(Geöffnet von Dienstag bis Sonntag, zwischen 6:00 und 21:00).

Hydrochoerus hydrochaeris (Greater Capybara) male - Caviidae - Pousada Aguape, Campo Grande, Mato Grosso do Sul, Brazil-Edit
Hydrochoerus hydrochaeris (Greater Capybara) male - Caviidae - Pousada Aguape, Campo Grande, Mato Grosso do Sul, Brazil-2-Edit
Hydrochoerus hydrochaeris (Greater Capybara) male - Caviidae - Pousada Aguape, Campo Grande, Mato Grosso do Sul, Brazil
Grounds - Pousada Aguape, Campo Grande, Mato Grosso do Sul, Brazil
Caracara plancus ssp. plancus (Southern Crested Caracara) - Falconidae, Pousada Aguape, Campo Grande, Mato Grosso do Sul, Brazil
Aquario do Pantanal Aquarium of Sweet water fish in Campo Grande, MS, Brazil
Periquito-rei - Peach-fronted Parakeet
Periquito-rei - Peach-fronted Parakeet
Bichos do Pantanal.
Bichos do Pantanal.
Bichos do Pantanal.
Bichos do Pantanal.
Bichos do Pantanal.
Bichos do Pantanal.
Bichos do Pantanal.
Unbenannt
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Campo Grande – Kuriositäten

„Fossilien“

Im „Parque do Prosa“, der offiziell „Parque das Nações Indígenas“ heisst, fanden Wissenschaftler Reste einer präkolumbianischen Kultur. Daraus schliesst man zu Recht, dass unsere Region einstmals von prähistorischen Völkern bewohnt war – dafür gibt es Indizien an vielen Stellen.

„Die Pferde-Post“

Bis zum Bau der Eisenbahn (1914) kam die Post nach Campo Grande auf dem Pferderücken, über „Aquidauana“, das mit Rio de Janeiro über den Rio da Prata Schiffsverbindung hatte. Die Postsäcke mussten über 20 Léguas (140 km) zu Pferd transportiert werden und verspäteten sich regelmässig, weil der Reiter unterwegs zuviel Treibstoff zu sich nahm.

„Das erste Kino“

Die erste Vorstellung fand in Campo Grande um die Jahrhundertwende statt – unter den Orangenbäumen des einzigen Hotels der Stadt.
Ein Reisender hatte die Neuheit ins Interior des Landes mitgebracht – er benutzte als Leinwand ein zwischen den Bäumchen aufgespanntes Bett-Tuch, welches angefeuchtet, sich schön glatt spannte und einen technisch perfekten Hintergrund für die Kurzfilme abgab, mit denen er ein illustres Publikum zu Beifallsstürmen hinriss.

„Die erste Publikation“

Mit der ersten Reportage über Campo Grande und schönen Panorama-Fotos, in einem Druck von internationaler Qualität, war das „Album Graphico de Mato Grosso“ – gedruckt und publiziert in Europa im Jahr 1910.

„Die geheimnisvolle Schienen-Kurve“

Nur die Ingenieure der damaligen Zeit – um 1910 – könnten erklären, warum die Eisenbahn, als sie 1914 den Fortschritt zu den Bewohnern von Campo Grande brachte, anstatt, wie überall, einfach die Stadt zu durchqueren, in diesem Fall eine Riesenkurve vor dem Bahnhof beschrieb – um dann, wiederum mit einer riesigen Kurve, die Richtung weiter nach Corumbá wieder aufzunehmen. Diese geheimnisvolle Kurve, die bis heute niemand erklären kann, wird auch nach dem Herausnehmen der Schienen – was demnächst ansteht – weiterhin sichtbar bleiben, denn sie hat Strassen und Gebäudekomplexen ihren definitiven Verlauf vorgegeben.

„Das Klima vom Libanon“

Über die Konstruktion der Eisenbahnlinie freuten sich einige Libanesen, die sich in Corumbá fast zu Tode schwitzten, ganz besonders, denn jetzt konnten sie endlich nach Campo Grande umziehen, wo sie ein wesentlich angenehmeres Klima vorfanden das, wie sie behaupten, sehr ähnlich ist mit dem Klima ihrer Heimat.

„Erinnerungen an Okinawa“

In Campo Grande hat sich eine der bedeutendsten Gemeinschaften von Nachkömmlingen japanischer Einwanderer der Insel Okinawa entwickelt. Unter ihnen haben sich kulturelle Traditionen erhalten, die durch den Zweiten Weltkrieg auf ihrer Heimatinsel verloren gegangen waren.

„Oscar Niemeyer“

Hat in den 50er Jahren in Campo Grande eine Schule projektiert, sie heisst „Escola Estadual Maria Constança de Barros“, in der „Rua Marechal Rondon“ – in der Nähe des Omnibusbahnhofs. Sie hat die Form eines offenen Buches – und ist der Stolz der ganzen Stadt.

„Platz der Liebe“

Der kleine Platz in der Universitätsstadt war zwischen den 60er und 70er Jahren ein beliebter Ausflugsort der Campo-Grandenser – mit Bar, Tretbötchen und vielen schönen Mädchen. Der Ort bekam diesen Namen, weil er von Pärchen, die sich im Auto vergnügten, nur so wimmelte – natürlich zum Ié-ié-ié-Sound!

„Auto-Kino“

Das war auch einmal einer der bevorzugten Tummelplätze der motorisierten Jugend von Campo Grande. Der letzte Versuch, es wieder zu beleben, wurde vor zehn Jahren gemacht, aber die ausgesuchten künstlerisch wertvollen Filme zogen nicht mehr soviel Publikum an, wie ehemals die Spagetti-Western oder Soft-Pornos der 70er.

„Telefon-Tiere“

Man muss nicht unbedingt ins Pantanal fahren, um Reiher, Tukane, Aras und Kaimane zu sehen – hier in Campo Grande begegnen sie einem auf offener Strasse: aus Plastik, schön bunt bemalt und mit eingebautem Telefon!