Neue Süßkartoffelart im Pantanal entdeckt

Veröffentlicht am 28. Januar 2017 - 22:35h unter Pantanal News

Zu den etwa 3.500 verschiedenen Pflanzenarten gesellt sich eine neue, die ausschließlich in dem größten Feuchtgebiet der Welt vorkommt. Entdeckt wurde sie erst kürzlich. Allerdings hat sie schon 30 Jahre lang in einem Herbarium geschlummert, bis Wissenschaftler zufällig herausgefunden haben, dass es sich um eine bisher noch nicht beschriebene, eigene Pflanzenart handelt.

Ipomoea pantanalensis heißt die neu entdeckte Pflanze, die zu den Süßkartoffeln gehört. Zwei Exemplare von ihr hat der heute pensionierte Embrapa-Mitarbeiter Arnildo Pott schon in den 90er Jahren im Pantanal gesammelt und fein säuberlich ins Herbarium der landwirtschaftlichen Forschungseinrichtung eingeklebt.

Das Herbarium ist 2013 auf die Initiative von Catia Urbanetz hin online gestellt worden, um Forschern aus der ganzen Welt Zugriff zu gewähren. Dort hat sie der britische Wissenschaftler John Wood von der Oxford Universität entdeckt.

Er gilt als Spezialist der Pflanzenfamilie Convolvulaceae, zu der auch Ipomoea gehört. 2014 hat Wood das Embrapa-Institut im Pantanal besucht und festgestellt, dass es sich bei besagter Pflanze um eine bisher nicht beschriebene, eigene Art handelt.

Diese kommt anders als ihre Verwandten ausschließlich im Pantanal vor. Dort wächst sie auf den „caronal“, offene, feldartige Flächen. Allerdings ist sie mittlerweile nur noch schwer zu finden, da die caronals als Rinderweiden benutzt und regelmäßig abgebrannt werden, um für neues, saftiges Gras zu sorgen.