Onça-pintada (Jaguar)

Veröffentlicht am 29. Juni 2008 - 10:13h unter Säugetiere im Pantanal

Portugiesisch: Onça-pintada
Familie: FELIDAE
Spezies: Panthera onca
Deutsch: Jaguar

Körperlänge: Kopf und Körper zwischen 112 und 185 cm – Schwanz zwischen 45 und 75 cm. Der gefleckte Jaguar, auch „Jaguaretê“ von den Einheimischen genannt, ist die grösste Katzenart Amerikas. Zur Familie gehören acht Untergruppen, die ebenfalls im amerikanischen Kontinent beheimatet sind. Der gefleckte Jaguar tritt auch als schwarze Mutation auf (Melanismus) – man spricht dann von der „Onça-Preta“ oder auch „Pantera-Negra“, die im Amazonasgebiet häufig ist. In Wahrheit besitzt dieser „Schwärzling“ das gleiche Fleckenmuster wie sein hellerer Vetter – je nach Lichteinfall kann man die noch dunkleren schwarzen Flecken, charakteristisch für diese Spezies, zwischen dem etwas helleren Schwarzbraun erkennen.

Der Jaguar ist ein Wanderer. Auf der Suche nach Beute legt er jede Nacht weite Strecken zurück. Wenn er in einem bestimmten Gebiet ein Tier schlägt, meidet er dieselbe Gegend über lange Zeit – dieses Verhalten ermöglicht der Natur den Bestand der Beute-Tierart wieder zu ergänzen – bis der Jaguar dann dort wieder zuschlägt. Aus dieser Verhaltensweise folgt auch, dass sein Jagdterritorium sehr gross sein muss, es geschieht auch nur ausnahmsweise, dass sich zwei Jaguare im gleichen Gebiet aufhalten, es sei denn, während der Paarungszeit, wenn nämlich mehrere Männchen ein Weibchen hofieren.

Der Jaguar ist sowohl tag- als auch nachtaktiv – vor allem ein Einzelgänger, der den Boden als sein Revier vorzieht, aber man hat ihn auch als exzellenten Schwimmer beobachtet, der das Wasser mag. Er zeigt sich auch als guter Kletterer, dem kein Baum zu hoch oder zu schwierig ist. Er bewohnt Dschungel, Cerrados, Sümpfe mit dichtem Dickicht. Seine häufigsten Beutetiere sind: Wasserschweine, Wildschweine (Catetos) und (Queixadas), Hirsche, Kaimane, Rehwild, Fischotter und Fische. Der Jaguar greift selten Menschen an – und wenn dies einmal geschah, dann kamen die meisten mit dem Leben davon – und das beweist, dass jener „Angriff“ wohl eher ein Akt der Verteidigung gewesen sein muss, denn ein gezielter Angriff – sonst hätten die betroffenen Personen gegen die Kraft und Agilität dieser Grosskatze nicht die mindeste Chance gehabt.

Es ist viel wahrscheinlicher, dass ein Mensch, der sich im Dschungel herumtreibt, nie einen Jaguar zu Gesicht bekommt, als dass dieses Tier ihn angreift. Der menschliche Geruch ist bereits ein Zeichen von Gefahr für diese Grosskatze und sie entfernt sich noch ehe man sie zu Gesicht bekommt. Der Jaguar steht auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten in Brasilien. Der Hauptgrund dafür ist die Zerstörung der Wälder, aber auch die gnadenlose Jagd trägt direkt zu seiner Eliminierung bei.

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Fotos: commons.wikimedia.org by pascal und MarcusObal (Für Detailansicht Bild anklicken!)

Kuriositäten: Ein männlicher Jaguar kann zwischen 90 und 120 kg wiegen – die Weibchen zwischen 60 und 90 kg. Es gibt Informationen über Exemplare von bis zu 158 kg. Die Tragzeit beträgt 93 bis 105 Tage. Der Wurf liegt zwischen einem bis vier Jungen, die bei Geburt zwischen 700 bis 900 Gramm wiegen. Sie öffnen ihre Augen nach drei, bis manchmal nach 13 Tagen, und werden vom fünften bis sechsten Monat gesäugt. Sie bleiben in Obhut der Mutter bis zum zweiten Lebensjahr und erreichen ihre geschlechtliche Reife zwischen zwei und vier Jahren. In Gefangenschaft wurde ein Jaguar 24 Jahre alt. Während der 60er Jahre wurden pro Jahr um die 15.000 Exemplare allein in Amazonien abgeschossen, um den internationalen Pelzmarkt zu beliefern.