Kunsthandwerk: „Casa do Artesão“ repräsentiert Kultur des Pantanal

Veröffentlicht am 19. Februar 2015 - 12:36h unter Pantanal News

cid_casa_do_artesao_internaDas ”Casa do Artesão” in Corumbá wird 40 Jahre alt. Angesichts des Jubiläums soll das ehemalige Gefängnisgebäude nun renoviert und modernisiert werden. Untergebracht sind dort seit vier Jahrzehnten einheimische Kunsthandwerker und deren einzigartigen Produkte, die bei Touristen sehr gefragt sind. Abgesehen davon dient die Einrichtung ebenso dem Erhalt der Kultur des Pantanals und gibt einen Einblick in die vielfältigen Handwerkstätigkeiten, die von der Bevölkerung des größten Feuchtebietes der Welt noch heute ausgeübt werden.

Noch heute ist die Handwerkskultur, das Artesanato, in Brasilien weit verbreitet, wobei jede Region charakteristische Arbeiten aufweist. Im Pantanal beruhen viele Werke auf den dort vorkommenden typischen Pflanzen, wie der Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes), die dort Camalote oder Aguapé genannt wird. Im ”Casa do Artesão“ wird das Projekt ”Artesanato em Camalote“ von Catarina Ramos da Silva geführt. Sie gehört dem Indiostamm der Guató an und fertigt aus den Fasern der Wasserhyazinthe Taschen, Gürtel, Teppiche, Hüte, Schmuck und andere Gegenstände.

Die „Associação Amor-Peixe” besteht aus einer Frauengruppe, die in dem historischen Gebäude Leder aus Fischhäuten herstellt und dieses in einzigartige Taschen, Ohrringe und Ketten verwandelt. Das Projekt ”Salsaparrilha” wird von zwei Brüdern vertreten. Als Salsaparrilha wird ein Kletterstrauch bezeichnet, aus dessem Cipó (Lianen) sie Korbwaren herstellen. Auch Mehl aus den Früchten der Bocaiuva-Palme sowie Produkte aus den Fasern von Mais werden in dem ehemaligen Gefängnis hergestellt und zum Kauf angeboten. Viele Familien verdienen sich auf diese Weise ein Zubrot.

Die Werkstätten, Ateliers und Läden befinden sich in den Zellen des 1905 erbauten Gefängnisses. Zum letzten Mal wurde dies 1985 renoviert. Jetzt soll es modernisiert werden, um den Kunsthandwerkern bessere Bedingungen bieten zu können. Geplant ist ebenso, künftig die Jugend stärker in das traditionelle Kunsthandwerk einzubinden. Für Touristen ist die Casa do Artesão ein Anziehungspunkt, an dem sie nicht nur Andenken erwerben, sondern ebenso mehr über die Kultur der Bevölkerung des Pantanal erfahren können.