Öko-Fleisch aus dem Pantanal soll Regale der Supermärkte erobern

Veröffentlicht am 27. Oktober 2014 - 18:37h unter Pantanal News

OLYMPUS DIGITAL CAMERADie Rinderhaltung ist fester Bestandteil des Pantanal. Dass die Viehzucht zum Erhalt des größten Feuchtgebietes der Welt beiträgt, zeigt ein Projekt, welches nun Öko-Fleisch aus dem Pantanal in die Regale der brasilianischen Supermärkte bringen will. An dem Programm beteiligt sind unter anderem der World-Wildlife-Fond (WWF) und das Institut zur Zertifizierung biodynamischer Produkte (IBD).

Seit über 250 Jahren weiden im weitläufigen Pantanal Rinderherden. Sie erfüllen eine wichtige Rolle beim Schutz des Feuchtgebietes. Für viele isoliert lebende Bewohner des Pantanal stellen sie zudem eine wichtige Einnahmequelle dar. Die Idee ihre Bewirtschaftungsform auf Öko umzustellen kam von einigen Rinderhaltern, die sich 2001 zum Verband organischer Rinderhalter (ABPO) zusammen geschlossen haben. Seit 2003 werden sie vom WWF unterstützt. Mittlerweile umfasst das Zertifizierungsprogramm für Öko-Fleisch bereits 140.000 Hektar und über 55.000 Tiere. Enthalten sind dabei ebenso Flächen in den angrenzenden Ländern Bolivien und Paraguay. Durch die Partnerschaft mit einem großen Unternehmen, das auf nachhaltige Produkte setzt, soll das Öko-Fleisch auf dem Pantanal nun auf die Tische der Brasilianer gelangen. Auch wenn das Augenmerk vorerst auf dem brasilianischen Markt liegt, wird ein späterer Export nicht ausgeschlossen.

Grundlage ist eine extensive Bewirtschaftung. Auf chemische Dünger, Ammoniumnitrat und Antibiotika wird verzichtet. Stattdessen wird auf die Homöopathie und pflanzliche Medikamente gesetzt. Eine weitere wichtige Säule ist die soziale Gerechtigkeit. Mitglieder ABPO verpflichten sich, ihren Mitarbeiter gerechte Löhne zu zahlen, eine würdevolle Unterkunft zu stellen und die Arbeitsgesetze einzuhalten, was in dem südamerikanischen Land nicht überall eine Selbstverständlichkeit ist. Darüber hinaus gibt es soziale Aktionen, um die Gesundheit, die Lebensbedingungen und die Ausbildung der Pantanal-Bewohner zu verbessern. Überwacht werden die Verpflichtungen von verschiedenen Einrichtungen, unter anderem vom WWF, dem brasilianischen Forschungsunternehmen Embrapa und dem IBD.