„Tag des Pantanal“ soll Wichtigkeit des Naturwunders hervorheben

Veröffentlicht am 12. November 2014 - 00:28h unter Pantanal News

pantanal-003Am 12. November wird im größten Feuchtgebiet der Welt der „Tag des Pantanal“ begangen. An ihm wird nicht nur auf die Schönheit und Vielfalt des einzigartigen Bioms hingewiesen. Vielmehr geht es auch darum, auf seine Bedeutung und die Wichtigkeit, das Feuchtgebiet mit seiner Artenvielfalt zu erhalten, aufmerksam zu machen.

Das Pantanal erstreckt sich auf über 620.000 Quadratkilometer in Brasilien, Bolivien und Paraguay. Der größte Teil liegt in den brasilianischen Bundesstaaten Mato Grosso und Mato Grosso do Sul. Die Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten ist enorm. Bisher wurden 3.500 Pflanzenarten registriert, 325 verschiedene Fisch- und 53 Amphibienarten, 98 Reptilien, 656 Vogel- und 159 Säugetierarten. Sie und auch die Bewohner des Pantanal und deren Kultur zu schützen haben sich einige Organisationen zur Aufgabe gemacht, unter ihnen der World Wildlife Fond (WWF).

Die globale Naturschutzorganisation wird zum Tag des Pantanal eine Ausstellung mit Werken des Fotografen Adriano Gambarini präsentieren. Zudem haben die Aktivisten in der Online-Ausgabe der englischen Tageszeitung The Telegraph eine längere Reportage veröffentlicht, um auch außerhalb Brasilien die Menschen auf die Wichtigkeit des Erhalts aufmerksam zu machen und auf die vielfältigen Bedrohungen, denen das Pantanal gegenüber steht, hinzuweisen. Eine portugiesische Version der Reportage wurde zeitgleich auf den Seiten des WWF zum Download bereitgestellt.

Während sich Brasilien entwickelt bedeuten Industrie, intensive Landwirtschaft, ein wachsender Siedlungsdruck und die steigende Nachfrage nach Strom eine Gefährdung für das Pantanal. Bedroht ist unter anderem das Herz des Feuchtgebietes. Um die dortige Quellregion und vier große Zuflüsse des NBaturwunders stärker zu schützen und degradierte Flächen zu revitalisieren, hat der WWF gemeinsam mit der Bank HSBC ein Projekt aufgelegt. Bei diesem sollen in mindestens 25 Gemeinden die Industrie, Landwirtschaft, Unternehmer und Fischer angeregt werden, mit nachhaltigen Methoden und im Sinne des Umweltschutzes zu handeln und zu produzieren.

Eingeführt wurde der Tag des Pantanal im Jahr 2008, um auf die Bedeutung des Feuchtgebiets aufmerksam zu machen und zu seinem Schutz anzuregen. Dass der 12. November dazu ausgewählt wurde, wird als Ehrung des Journalisten Francisco Ancelmo de Barros verstanden. Er kämpfte über 25 Jahre hinweg für den Erhalt des Pantanal. Am 12. November 2007 nahm er sich während einer Demonstration als Protest gegen den Bau von Zuckerrohrraffinerien zur Erzeugung von Alkohol öffentlich das Leben.