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Umweltschützer und Landwirte gegen Ausweisung von Schutzgebieten im Pantanal

Veröffentlicht am 11. August 2018 - 14:25h unter Pantanal News

Die geplante Ausweisung und Erweiterung von Schutzgebieten im Pantanal sorgt für Aufruhr. Nicht nur Landwirte und Großgrundbesitzer sind dagegen. Auch Umweltschützer haben gegen das Vorhaben Einspruch eingelegt.

Eingang zu einer Pousada – Foto: sabiá brasilinfo

Der Vorschlag der Umweltbehörde ICMBio sieht die Erweiterung der Fläche des Nationalparkes Pantanal Matogrossense vor sowie der Estação Ecológica Taiamã. Neu ausgewiesen werden soll die Reserva Fauna do Pantanal mit 165.000 Hektar und ein Refugium für den gefleckten Jaguar (Refúgio de Vida Silvestre da Onça Pintada) mit 270.000 Hektar.

Laut dem landwirtschaftlichen Wirtschaftsinstitut Imea wären davon 100 Landwirte betroffen. Die befürchten mit den Maßnahmen Einschränkungen für Rinderhaltung und Landwirtschaft.

Proteste kommen aber auch von Umweltschützern. Sie haben sich mit einem offenen Schreiben an Brasiliens Präsident gewandt. Grundsätzlich setzen sie sich für Schutzgebiete ein, heißt es darin. Kritisiert wird von ihnen aber die Auswahl der Flächen.

Die ausgewählten Flächen zur Erweiterung des Nationalparkes würden keine Verbesserung bringen. Die zwei geplanten Neuausweisungen werden als “seltsam“ eingestuft.

Kritisiert wird unter anderem, dass Bereiche ausgewählt wurden, die wenig zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen, während das angrenzende Gebiet der Serra do Amolar außen vor bleibt. Die Serra do Amolar gilt wegen ihrer Formation und Biodiversität hingegen als einzigartig.

Sie gilt zudem als eins der wichtigsten Rückzugsgebiete des Pantanals für Jaguare. Selbst von der Umweltbehörde ICMBio wird ihr in anderen Studien eine absolute Wichtigkeit und hohe Priorität zum Schutz eingeräumt. In den vorgelegten Plänen ist die Serra do Amolar dennoch nicht enthalten.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass sich die Schutzgebiete lediglich auf den Bundesstaat Mato Grosso beschränken, während der Nachbar-Bundesstaat (Mato Grosso do Sul) den größten Anteil am Pantanal trägt.