70-Jähriger gibt sein Dokumentarfilmdebüt über Geisterzug im Pantanal

Veröffentlicht am 12. August 2014 - 14:24h unter Pantanal News

OLYMPUS DIGITAL CAMERAInmitten des Pantanal soll es einen Geisterzug geben, der seit einigen Jahrzehnten in der Nähe der brasilianischen Stadt Corumbá an der bolivianischen Grenze herumspukt. Doch erst jetzt hat ein 70-Jähriger Kunsthandwerker das Thema aufgegriffen und einen Dokumentarfilm über diese Legende gedreht.

Eigentlich baut Sebastião de Souza Brandão die für das Pantanal typischen Cocho-Gitarren. Als junger Mann hat er aber für die Eisenbahn gearbeitet. „Seu Tião“, wie ihn seine Freunde nennen, lebt in Ládario in der Nähe Corumbás, genau dort, wo die Legende ihren Anfang nimmt. Er selbst habe nie viel von den Geschichten über den Geisterzug gehalten, so Souza Brandão. Eines Tages aber, als er mit Kollegen entlang der Nordost-Eisenbahnstrecke in der Nähe der Markierung 50 arbeitete, sah auch er den Geisterzug. Plötzlich erschienen Lichter einer Lokomotive und Wagons, die genauso plötzlich wieder verschwanden. So erzählt es zumindest die Legende und auch Seu Tião, der alles nun in seinem Dokumentarfilm „Nos trilhos do trem-fantasma“ festgehalten hat.

In dem 15-minütigen Film geht es jedoch nicht nur um den gespenstischen Zug, der durch die Landschaft des Pantanal fährt. Auch die Welt des größten Feuchtgebietes der Erde und die dort lebenden Menschen mit ihren Brauchtümern, ihrem Glauben und ihrer Kultur werden in Szene gesetzt. Unterlegt hat Souza Brandão die Dokumentation mit der Musik von 15 Cururueiros, den Troubadours der Region.

Dass der ehemalige Eisenbahner seine Idee filmisch umsetzen konnte, verdankt er dem Wettbewerb „Revelando os Brasis“, bei dem es darum geht, die vielen verschiedenen Brasilien zu entdecken, die in dem riesigen Land stecken. 951 Männer und Frauen reichten dazu ihre Filmideen und Geschichten ein. Ausgewählt wurden 20 davon, unter ihnen Souza Brandão, der noch nie zuvor mit der Filmemacherei zu tun hatte. In einem Schnellkurs lernte er jedoch, wie ein Drehbuch geschrieben und ein Film produziert wird.

Gezeigt werden die zwanzig Filme ab September im Rahmen einer Wanderausstellung durch ganz Brasilien.