Pantanal erhält eigene wissenschaftliche Zeitschrift

Veröffentlicht am 8. August 2014 - 18:09h unter Pantanal News

ciencia-pantanalDas größte Feuchtgebiet der Welt erhält eine eigene Zeitschrift. „Wissenschaft Pantanal“ lautet der Titel der Publikation, die den Bewohnern des Pantanals eine Brücke zu wissenschaftlichen Studienergebnissen bieten will. Schwerpunkte sollen aber auch die Artenvielfalt des Bioms sowie die nachhaltige Bewirtschaftung des Feuchtgebietes sein.

Das Pantanal zieht immer wieder Wissenschaftler und Forscher aus Brasilien und der ganzen Welt an. Die oft innovativen Ergebnisse aus deren Studien gelangen häufig jedoch nicht bis zu den dort lebenden Menschen oder sind in einer wissenschaftlichen Sprache geschrieben, die nicht jeder versteht. Dem soll mit der Zeitschrift „Ciência Pantanal“ abgeholfen werden. Sie will die neuesten Erkenntnisse aus den verschiedensten Bereichen in einer verständlichen Sprache aufarbeiten und so die Land- und Stadtbevölkerung des Pantanal informieren und aufklären.

Viele der Studienergebnisse könnten ohne Weiteres im Pantanal angewendet werden, ist sich Alexine Keuroghlian sicher. Sie koordiniert seit 14 Jahren das Programm Pantanal von der Nichtregierungs-Organisation Wildlife Conservation Society (WCS) und steht hinter dem Zeitschriftenprojekt. Vorgestellt werden sollen beispielsweise Studien zu alternativen Bewirtschaftungsformen und Methoden im Sinne der Nachhaltigkeit, mit deren Hilfe der Landwirt die Umwelt schützt und gleichzeitig seine Erträge verbessern kann.

Ein anderer Schwerpunkt soll sich dem überlieferten Glauben und Praktiken annehmen und das Zusammenleben der Menschen mit der Tierwelt des Pantanal verbessern. So werden beispielsweise Schlangen aus Angst vor einem Biss auch weiterhin häufig getötet, obwohl diese unter Schutz stehen und nur selten eine Bedrohung darstellen.

Unterstützt wird das Projekt von der Landwirtschaftlichen Vereinigung Mato Grosso do Suls „Famasul“. Die erste Ausgabe der Zeitschrift soll kostenlos sein und wird mit 18 Artikel aufwarten, die von Forschern und Mitarbeitern von 17 verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen stammen.