Anfütterung von Jaguaren gefährdet Touristen und Bewohner des Pantanal

Veröffentlicht am 8. April 2015 - 07:13h unter Pantanal News

Jaguar, Panthera oncaDie Besucher des Pantanal sollen besser über die Jaguare aufgeklärt werden. Die sind begehrte Objekte der Fotosafaris. Um die größte Wildkatze Amerikas für Touristen anzuziehen, werden sie teilweise jedoch illegal angefüttert. Die Praxis bringt allerdings große Probleme für das Ökosystem, die Bewohner des Pantanal und auch für die Touristen selbst mit sich, da das Tier die natürliche Scheu vor den Menschen verliert und diesen mit Nahrung verknüpft.

Die etwa hundert Kilogramm schweren Jaguare erfüllen eine wichtige und regelnde Funktion im größten Feuchtgebiet der Welt, in dem sie für ein Gleichgewicht der Bestände ihrer Beutetiere sorgen. Werden sie angefüttert, verlieren sie das Interesse an der Jagd, kann das Gleichgewicht aus dem Ruder laufen. Die Folgen können aber auch für die Bewohner des Pantanal und die Touristen schwerwiegend sein, wie Douglas Trent vom Projekt “Bichos do Pantanal“ (Tiere des Pantanal) erklärt. Angefütterte Jaguare können den Menschen mit der Nahrung in Verbindung bringen. Statt vor ihnen zu flüchten, kann es sein, dass er sich ihnen auf der Suche nach leicht erhältlichem Futter annähert und auch angreift, so Trent.

Einige Forscher vertreten die Ansicht, dass die Zunahme von Attacken auf Fischer, Campinglager und Viehtreiber in den vergangenen Jahren auf die Anfütterung der Jaguare zurückzuführen ist. Allerdings ist eine umfassende Kontrolle der illegalen Praxis in dem riesigen Gebiet des Pantanal nahezu unmöglich. Angesetzt wird deshalb nun auch in der Tourismsubranche. Schließlich seien es Touristen, die mit ihrem Wunsch nach der Beobachtung eines Jaguars die Anfütterungspraxis fördern.

Vom Umweltrat Mato Grossos wurden unter anderem Regeln zum Schutz der Tiere und der Touristen erarbeitet. Nach diesen müssen Fahrzeuge mindestens zehn Meter Abstand zu einem Jaguar halten, Boote 30 Meter. Die Touristen dürfen Boote und Fahrzeuge nicht verlassen, und sie sollen künftig schon im Hotel, den Pousadas und den Reiseagenturen über die Wildkatzen und die Gefahren, die eine illegale Anfütterung mit sich bringen kann, aufgeklärt werden.