„Atlas des Pantanals“ zeigt fortschreitende Abholzung

Veröffentlicht am 15. Mai 2017 - 17:41h unter Pantanal News

Nicht nur der Amazonas-Regenwald leidet unter Kahlschlägen. Auch im Pantanal schreitet die Abholzung voran, um Platz für Rinderweiden und auch den Anbau von Soja zu schaffen. Betroffen ist davon vor allem das “planalto“, die Hochebene, in der die Quellen der Flüsse liegen, die das größte Feuchtgebiet der Welt speisen.

Abholzung – Foto: Pedro Devani / SecomAC

Wie es um die einzigartige Feuchtsteppe steht, geht aus dem “Atlas do Pantanal“ hervor. Der wurde vom Instituto SOS Pantanal bei einem internationalen Seminar über Feuchtgebiete in der “Assembleia Legislativa“ (Landtag) des Bundesstaates Mato Grosso vorgelegt. Er enthält Daten aus einer Studie über Bodennutzung und Status Quo des Pantanals.

Laut ihm sind heute 15,7 Prozent des Pantanals bereits in Rinderweiden umgewandelt worden. Andererseits gelten 84,3 Prozent als intakt. Sorgen bereitet Forschern und Umweltschützern jedoch, dass die intensive Landwirtschaft ausgerechnet in der Wiege des Pantanals stark voranschreitet, dort wo die das Feuchtgebiet speisenden Flüsse entspringen.

Abgeholzt wurden und werden im Namen der Fleischproduktion auch die bewaldeten Bergketten. Eine der Folgen davon ist ein größerer Sedimenteintrag und eine Versandung der Fließgewässer. Das wirkt sich wiederum auf das Wasserregime aus.

In einigen Bereichen nehmen überschwemmte Flächen zu, während andere trockener liegen oder bisher nie überschwemmte Gebiete plötzlich unter Wasser stehen, während traditionellen Überschwemmungsflächen plötzlich das Wasser fehlt. Befürchtet wird, dass das Pantanal aus dem natürlichen Gleichgewicht kommt, ganz abgesehen von den Auswirkungen auf Flora und Fauna, sowie denen durch die Agrochemie.

Während es für die Regenwälder Brasiliens eigene Schutzgesetze gibt, fehlen diese bisher für das Pantanal. Im Kongress gibt es derzeit zwar Bestrebungen dazu, gleichzeitig wurde aber auch vom Landwirtschaftsministerium ein Regelwerk vorgeschlagen, in dem eben nicht die Natur, sondern die Landbewirtschaftung im Vordergrund steht.