Pantanalkrebs für Süßwasseraquarien

Veröffentlicht am 16. April 2017 - 09:12h unter Pantanal News

Er ist nahezu transparent und nur wenige Zentimeter klein. Bei der Bestimmung der Wasserqualität leistet der Süßwasserkrebs hingegen große Dienste. Der Pantanalkrebs Macrobrachium pantanalense ist erst 2013 von den Wissenschaftlern entdeckt worden, gilt aber bereits als wichtiger Bioindikator.

Pantanalkrebs (Macrobrachium pantanalense) – Foto: Handout Video

Angewiesen ist der Pantanalkrebs auf sauberes Wasser. Werden Flüsse und Bäche verschmutzt, schafft er es nicht mehr, dort zu überleben. Wo er vorkommt, kann deshalb von einer guten Wasserqualität ausgegangen werden. Nachgewiesen wurde er bereits im Rio Miranda und Rio Negro sowie im Pantanal von Nhecolândia und Aquidauana.

Eingesetzt wird er bei der “Öko-Toxikologie“, Studien zur Erforschung der Umweltverschmutzung und Toxizität. Dort wo der Pantanalkrebs nicht vorkommt, gibt es in der Regel Beeinträchtigungen der Wasserqualität. Glücklicherweise ist er laut den Forschern noch stark vertreten in den Gewässern des Pantanals. Für viele kleinere Fische ist er eine wichtige Nahrungsquelle.

Erforscht wird der nur bis zu sechs Zentimeter große Krebs des Pantanals von Wissenschaftlern aus Brasilien und anderen Ländern. Sie wollen unter anderem mehr über ihn in der Natur herausfinden und auch darüber, wie das Krustentier genutzt werden kann.

Eine Idee ist, ihn ähnlich Zierfische für Süßwasseraquarien zu züchten. Weil er transparent ist, kann beobachtet werden wie die Nahrung durch den Verdauungstrakt gelangt. Ist die aufgenommene Nahrung bunt, wird auch der Verdaungstrakt bunt.

Dass es sich beim Pantanalkrebs um eine eigenständige Art handelt, ist erst 2013 von der brasilianischen Forscherin Lilian Hayd belegt worden. Bis dahin wurde er mit seinem Verwandten aus der Amazonasregion verwechselt. Der wird allerdings bis zu 16 Zentimeter groß.