Fische des Pantanal tragen zur Verbreitung der Bäume bei

Veröffentlicht am 8. September 2014 - 22:55h unter Pantanal News

pacu-pantanalDer Pacu ist ein typischer Speisefisch des Pantanal, Touristen angeln ihn und für die Bewohner bietet er eine Einnahmequelle. Er spielt jedoch auch eine wichtige Rolle für die Artenvielfalt des Feuchtgebietes. Forscher haben herausgefunden, dass er und seine Kollegen zum guten Teil dafür verantwortlich sind, dass sich verschiedene Baum- und Pflanzenarten entlang der Gewässer des Pantanal verbreiten.

Es mag sich zunächst seltsam anhören, dass ein Fisch zur Verbreitung von Baumarten beiträgt. Der Pacu ernährt sich jedoch von Früchten. Hinzu kommt, dass Bereiche im Pantanal abwechselnd überschwemmt sind und dann wieder trocken fallen. Über die Gewässer und mit Hilfe der Fische werden die Samen vieler Baum- und Pflanzenarten vom Oberlauf zum Unterlauf transportiert und auch hin zu den etwas höher gelegenen Bereichen des Feuchtgebietes. Aber nicht nur die Fische sind für die Artenvielfalt der Pflanzenwelt wichtig. Umgekehrt beeinflussen auch die Pflanzen den Zyklus der Fische, wie erste Studienergebnisse zeigen.

Hinter dem Namen Pacu verbergen sich mehrere Fischarten einer Familie. Zu ihnen gehören beispielsweise auch die gefürchteten Piranha. Sie sollen nun eingehender monitoriert und studiert werden, dies auch, um zu verstehen, welche Beziehungen es zwischen der Fisch- und Pflanzenwelt gibt. Wichtig ist dies unter anderem, um effektive Schutzmaßnahmen für das größte Feuchtgebiet der Welt auszuarbeiten.

Die Studie der Fischfauna bei Cacéres in Mato Grosso ist Teil des Projektes „Tiere des Pantanal“ (Bichos do Pantanal). Zunächst soll dabei herausgefunden werden, welche Arten und in welchem Umfang diese in Cáceres, im Oberlauf des Pantanal, vorkommen. Es wird geschätzt, dass es im Pantanal insgesamt 269 verschiedene Fischarten gibt. Cáceres gilt dabei als einer der artenreichsten Abschnitte.