Forscher studieren Pantanal-Sumpfhirsch und Klimawandel

Veröffentlicht am 25. September 2016 - 16:14h unter Pantanal News

Mit etwas Glück können im Pantanal Sumpfhirsche beobachtet werden. Das größte Sumpfgebiet der Welt beherbergt die größte Zahl dieser stattlichen Tierart. Forscher befürchten aber, dass sich ihr Bestand mit dem Klimawandel auf ein Viertel reduzieren könnte, da sie auf Überschwemmungsgebiete angewiesen sind.

Foto: sabiá brasilinfo

Rehe im Pantanal – Foto: sabiá brasilinfo

Während viele Tierarten bei Überschwemmungen auf andere Gebiete ausweichen, ziehen diese den bis zu 1,90 Meter und 1,20 Meter hoch werdenden “Cervo-do-Pantanal“ an. Liegt das Land unter Wasser, findet er einen reich gedeckten Tisch, da neben Gräsern und Kräutern Wasserpflanzen zu seiner Leibspeise gehören.

Der Bestand der Sumpfhirsche (Blastocerus dichotomus) wird im Durchschnitt auf 20.000 Tiere geschätzt. Ihre Zahl schwankt jedoch, wie Forschungen zeigen.

Seit 1991 gibt es immer wieder Zählungen mit Hilfe von Überfliegungen. Sie haben gezeigt, dass bei aufeinanderfolgenden großen Überschwemmungsperioden wie zwischen 1991 und 1993 der Bestand auf 40.000 bis 45.000 angwachsen kann. Fallen die Überschwemmungen geringer und die Trockenzeit stärker aus, reduziert sich ihre Zahl allerdings.

Befürchtet wird, dass der Klimawandel für das Pantanal stärkere und länger anhaltende Trockenzeiten mit sich bringt, was sich auf den Bestand der Sumpfhirsche auswirken könnte. Nach einer Studie des landwirtschaftlichen Beratungsamtes Embrapa Pantanal und der Universität von Mato Grosso do Sul (UFMS) könnte sich die Zahl der Cervos bis 2100 mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent um bis zu 75 Prozent verringern.

Als Grundlage für die Berechnungen haben die Daten des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) gedient, wobei als Basis das schlimmste Szenario mit den stärksten Auswirkungen herangezogen worden ist.

Schon jetzt steht der Sumpfhirsch indes auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Um ein gewaltiges Absinken seines Bestandes trotz Klimawandel abzumildern, fordern Forscher einen Erhalt ihres Lebensraumes und eine kritische Betrachtung der Auswirkungen von Projekten, wie den Bau von Wasserkraftwerken und den Ausbau der Flüsse zu Wasserstraßen, was ebenso Auswirkungen auf das Überschwemmungsregime mit sich bringt.