Mit dem Boot im Morgengrauen zur Wahl

Veröffentlicht am 1. Oktober 2016 - 12:57h unter Pantanal News

Wenn im Pantanal gewählt wird, läuft dies in manchen Regionen etwas anders ab. Um allen Wählern ihr Recht zu gewähren, ist das Militär und die Marine im Einsatz. Sie sammeln die Männer und Frauen, die in abgelgenen Gebieten an den Ufern der Flüsse leben, ein und bringen sie mit Booten auf dem Wasserweg zu den Wahllokalen.

Foto: Archiv Agencia Brasil

Foto: Archiv Agencia Brasil

Gewählt werden am Sonntag in ganz Brasilien in über 5.500 Munizipen Bürgermeister und Stadträte. Aufgestellt werden dazu etwa eine halbe Millionen Wahlurnen. Das geschieht allerdings lediglich, dort wo die Anzahl der Wähler ausreichend groß ist.

In kleineren Dorfgemeinschaften des Pantanal werden hingegen keine Wahllokale eingerichtet. Stattdessen gibt es ein Programm, um die Menschen in die nächst gelegenen größeren Orte zu bringen.

Eine größere logistische Operation ist für Forte Coimbra im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul vorgesehen. Dort müssen die Wähler am Sonntag früh aufstehen, um ihrer Wahlpflicht nachzukommen.

Bereits um drei Uhr morgens wird das Schnellboot etwa 70 Personen aufnehmen, um über den Fluss bis zum Porto Murtinho zu fahren. Von dort aus geht die Reise dann auf dem Landweg per Omnibus bis nach Corumbá weiter.

Aber auch in anderen Regionen des Pantanal werden die Flußanlieger mit Hilfe des Militärs und der Marine per Boot zu den nächsten Wahllokalen gebracht. Im Destrikt Porto Esperança, der an den Ufern des Rio Paraguai liegt, wird hingegen die elektronische Wahlurne auf eine Flussreise gehen.

Die Daten werden dann am späten Nachmittag zur Auswertung mit Hilfe der Satellitentechnik an das Wahlgericht übermittelt werden.

In Brasilien ist die Wahl Pflicht. Ausgeführt wird diese mit elektronischen Wahlurnen, die mit einem Chip ausgestattet sind, auf dem die abgebenen Stimmen gespeichert werden.