Indios des Pantanal kämpfen um ihre Rechte

Veröffentlicht am 1. Dezember 2014 - 21:00h unter Pantanal News

terena-pantanalKeineswegs leicht haben es die Indios im Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Um die Ausweisung ihres Territoriums durchzusetzen, haben Terena-Indios im Pantanal-Munizip Aquidauana das ihnen zugedachte Gebiet nun besetzt. Selbiges war ihnen nach einem jahrelangen Prozess zwar schon vor sieben Monaten gesetzlich zuerkannt worden, die Familien warten jedoch seitdem auf die notwendige Unterschrift des Justizministers José Eduardo Cardozo. Erst dadurch wird die Ausweisung tatsächlich rechtskräftig.

Begonnen hatte der Prozess zur Anerkennung der “Terra Indígena Taunay/Ipegue” bereits vor 29 Jahren. Die staatliche Indio-Behörde Funai hatte sich dann 2004 zugunsten der Ausweisung ausgesprochen. Doch erst nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten mit den Großgrundbesitzern wurde es letztendlich im April dieses Jahres den Indios zugesprochen. Um nun endlich die Umsetzung des Gerichtsurteils und des Dekretes durchzusetzen, haben etwa 200 Angehörige des Stammes einen Teil der Fazenda Maria do Carmo besetzt. Dort werden die Männer, Frauen und Kinder nach eigenen Angaben nun von bewaffneten Sicherheitskräften bedroht.

Der Streit um das Indio-Gebiet bei Aquidauana ist keineswegs der einzige im Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Vor wenigen Tagen hat der indigene Missionsrat der katholischen Kirche (CIMI) einen Bericht veröffentlicht, nachdem etwa 50 Familien der Ethnie Kaiowá in ihrem Lager Kurussu Ambá von Gesandten der Fazendeiros massiv eingeschüchtert und bedroht werden sollen. Dem Bericht zu Folge sollen diese nachts die Scheinwerfer auf die Indios richten und Schüsse abfeuern. Darüber hinaus soll ein Mädchen vorsätzlich überfahren worden sein. Die Familien hatten im September ihr traditionelles Gebiet in der Nähe der Stadt Coronel Sapucaia besetzt, um dort für sich Nahrung anzubauen und dem Hunger zu entfliehen. Auch dort zieht sich der Prozess um die Ausweisung des Indio-Territoriums bereits seit Jahren hin.

Ebenso zur Ethnie der Kaiowá gehörte Marinavalva Manoel. Die 27-Jährige war im Kampf für die Durchsetzung der Rechte der Indios aktiv und setzte sich für die Anerkennung des Indio-Territoriums Nhu Porã in der Nähe der Stadt Dourado ein. Die junge Frau ist am 1. November barbarisch mit 35 Messerstichen umgebracht worden. Nachdem sich die UNO eingeschaltet hatte, wurde eiligst ein Schuldiger präsentiert, der Marinavalva aus Liebesmotiven umgebracht haben soll. Allerdings hatte sie, wie auch etliche andere Indio-Anführer, mit Morddrohungen gelebt. Der Demarkationsprozess für das Indio-Gebiet Nhu Porã läuft seit Jahren. Dennoch hat ein Unternehmen nun damit angefangen, dort Baugrundstücke auszuweisen und zu verkaufen, wie nun aus dem Staatsministerium mitgeteilt wurde.