Pantanal exportiert Caiman-Fleisch und Leder

Veröffentlicht am 16. März 2015 - 13:53h unter Pantanal News

jacare_1026Caimane sind in der freien Wildbahn des Pantanal relativ häufig anzutreffen. Sie stehen aber nicht nur bei den Fotosafaris ganz oben, sondern werden auch wirtschaftlich genutzt. In der Stadt Corumbá soll nun für umgerechnet etwa 3,2 Millionen Euro ein Kühl- und Schlachthaus entstehen, das ebenso als Touristenattraktion dienen soll. Geplant ist, dort den gesamten Prozess von der Zucht bis hin zur Fleisch- und Ledergewinnung den Besuchern vorzustellen.

Restaurants, in denen das Fleisch der Caimane auf den Speiseplänen steht, sind nicht nur im Pantanal längst keine Seltenheit mehr. Das Fleisch stammt allerdings nicht von den im Feuchtgebiet wild lebenden Reptilien. Vielmehr gibt es unter anderem in der Umgebung der Corumbás bereits etliche Züchter. Ihr Bestand soll bei etwa 50.000 Caimanen liegen.

Die Wahl des Standortes, etwa 25 Kilometer außerhalb der Stadt Corumbá nahe der bolivianischen Grenze, kommt deshalb nicht von ungefähr. Darüber hinaus bietet die Munizipverwaltung steuerliche Anreize für die Ansiedlung von Gewerbebetrieben. Von der neuen Niederlassung werden jedoch nicht nur wirtschaftliche Impulse und Arbeitsplätze erwartet. Nach eigenen Angaben der Firmengruppe sollen auf dem 150 Hektar umfassenden Betriebsgelände ebenos touristische Führungen stattfinden. Dort können die Besucher dann mehr darüber erfahren, wie Caimane gezüchtet werden. Geplant ist, das Fleisch der Caimane vor allem auf dem brasilianischen Markt anzubieten. Exportiert werden soll indes das Leder der Reptilien.

In der freien Wildbahn ist die Jagd der Caimane verboten. Allerdings werden immer wieder Stimmen laut, eine Bestands regelende Jagd zu genehmigen, da die zwei bis drei Meter großen Tiere den Fischbestand in Flüssen und Seen reduzieren sollen, wie kritisiert wird. Biologen sehen indes keinen Anlass dazu und sprechen davon, dass die Zahl der Dinosaurierrelikte seit 1990 nahezu gleich geblieben ist. Das Pantanal gilt als Lebensraum mit der größten Population an Caimanen weltweit. Ihr Bestand wird auf drei Millionen Tiere geschätzt.