Studie belegt: Fische sind wichtige Landschaftsgestalter des Pantanals

Veröffentlicht am 18. März 2015 - 07:56h unter Pantanal News

tris di pesceDie Fische erfüllen eine wichtige Funktion im Pantanal. Sie sind nicht nur Touristenattraktion und wichtiges Nahrungsmittel, sondern auch Landschaftsgestalter, wie eine Gruppe von Forschern derzeit mit einer Studie belegt. Sie ist im Becken des Alto Paraguai unterwegs, um dort den Bestand der Fischfauna und der Ufervegetation zu untersuchen.

Etwa 1.280 Kilometer umfasst der Rio Paraguai. Im Mittelpunkt der Studie steht jedoch der Abschnitt am Oberlauf des Flusses, etwa 100 Kilometer von der Stadt Cáceres entfernt. Dort durchwaten der Wissenschaftler Claumir Muniz und sein Team den Fluss, um verschiedene Fische einzufangen. Ziel ist es, herauszufinden wie die Fische die Ufervegetation beeinflussen.

Mehr als die Hälfte der ungefähr 300 verschiedenen Fischarten des Pantanal sind den Forschern bereits ins Netz gegangen. Einer von ihnen ist der „mussum“, ein Aal-artiger Fisch, der von vielen Bewohnern des Feuchtgebietes als Angelköder verwendet wird und etlichen Vögeln als Hauptnahrungsmittel dient. Laut Muniz ist er noch häufig anzutreffen.

Allerdings ist der Lebensraum des mussum und anderer Fischarten durch das Eingreifen des Menschen bedroht. Das Abholzen der Bäume entlang der Ufer führt beispielsweise zu einer verstärkten Erosion und Versandung und somit ebenso zu einer Verringerung der Fischschwärme, wie Muniz erklärt. Durch die seichteren Flußabschnitte wird nach seinen Aussagen darüber hinaus das Wanderverhalten der Fische verändert.

Unterbrochen wird ebenso ein wichtiger Kreislauf des Ökosystems. Deutlich wird dies am Beispiel der Tucum-Palme, die normalerweise entlang der Flußufer wachsen. Deren Früchte werden nicht nur von den Vögeln verspeist, sondern ebenso von den Fischen. Sie tragen sie flußaufwärts und helfen somit bei der Verbreitung der Palme. Sie trägt wiederum zur Absicherung der Ufer bei und dient ebenso vielen anderen Tierarten als Nahrungquelle.