Schuppen der Pantanalfische geben Aufschluß über Wasserqualität

Veröffentlicht am 25. September 2015 - 07:32h unter Pantanal News

lambari1Wie stark ein Fluß oder Stillgewässer verschmutzt ist, lässt sich mit Hilfe von Fischschuppen feststellen. Nach einer Studie an der Universidade Estadual de Mato Grosso do Sul (UEMS) geben die Schuppen auch Aufschluß über die Nahrung der Fische und ihren Lebensraum.

Erstellt wurde die Studie im Zusammenhang mit einer Doktorarbeit an der Universität Mato Grosso do Suls (UEMS). Untersucht wurde der Lambari, ein kleiner Süßwasserfisch, der im Pantanal weit verbreitet ist und als Bioindikator dient. Darüber hinaus vermehrt und entwickelt sich der Lambari im Vergleich zu anderen Fischarten schnell.

Eingefangen wurden die Lambaris für die Studie in drei verschiedenen Bächen des Flussbeckens Ivinhema in der Region von Dourados. Untersucht wurden die Schuppen des Fisches mit Hilfe von Infrarotlicht. Festgestellt wurde dabei, dass die Umgebung des Fisches die chemische Zusammensetzung der Schuppen beeinflußt.

Gezeigt hat die Studie auch, dass vor allem die Bäche eine höhere Wasserverschmutzung aufweisen, die durch besiedelte Gebiete fließen oder dort ihre Quellbereiche haben. So wurde der Bach Água Boa anhand der Fischschuppen-Analyse als stark verschmutzt eingestuft. Sein Quellbereich liegt im städtischen Bereich.

Lediglich eine mittelmäßige Wasserqualität weist der Laranja Doce auf. Seine Quelle liegt zwar außerhalb des Stadtgebietes, allerdings verläuft der Bach durch Siedlungsgebiet, in dem er mit Hausabwässern und anderen Abflüssen beeinträchtigt wird. Eine gute Wasserqualität konnte hingegen beim Bach Curral de Arame festgestellt werden, der außerhalb von Siedlungsgebieten verläuft und somit nicht beeinträchtigt wird.

Nach Angaben der für die Studie verantwortlich zeichnenden Forscherin lässt sich die Analysemethode mit den Fischschuppen leicht anwenden. Aussagen über die Wasserqualität sind mit ihr somit schnell möglich. Als nächstes soll die Methode angewendet werden, um kommerziell genutzte Fischarten wie den Pacu oder Tambaqui untersucht werden, um herauszufinden, ob auch sie sich für die Qualifizierung der Wasserqualät eignen.