Tourismus beeinflusst Brauchtum der Pantaneiros

Veröffentlicht am 17. Juni 2015 - 07:25h unter Pantanal News

Gaucho im PantanalVon Jahr zu Jahr entdecken mehr Touristen die Einzigartigkeit des Pantanal. Das wirkt sich zwar positiv auf die Wirtschaft aus, hinterlässt jedoch auch seine Spuren bei den Traditionen der Bevölkerung, wie nun eine Studie zeigt. In der wird konstatiert, dass sich die Routine der traditonellen Pantaneiros durch den Einfluss der Touristen ändert.

Betroffen sind vor allem die von den Städten abseits lebenden Menschen, die ihren Rhythmus an die Eigenheiten der riesigen Feuchtsavanne mit ihren Überschwemmungs- und Trockenzeiten angepasst haben. Die Pantaneiros leben mit der Einsamkeit und der Natur, kennen sie und respektieren sie, wie es in der Studie heißt, die von der Universität in Mato Grosso do Sul (UEMS) durchgeführt wurde.

Immer mehr Touristen wollen jedoch nicht nur die Natur des Pantanals genießen, sondern auch die Gewohnheiten der dort auf traditionelle Weise lebenden Menschen kennenlernen. Das führe dazu, dass diese ihre Gepflogenheiten umstellen und Verhaltensweisen der Städter annehmen würden. Auch auf einigen Fazendas wird der Alltag den Bedürfnissen und der Nachfrage der Touristen angepasst.

Anerkannt wird in der Studie indes, dass die Tourismusbranche auf dem Land ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der dort lebenden Menschen sein kann. Allerdings sei das Brauchtum des Pantanals dadurch unter Druck geraten. Gefordert wird deshalb ein Schutz der Kultur Pantaneira. Ein Vorschlag dazu, wie dies geschehen kann, ist eine differenzierter Unterricht, bei dem die lokalen Eigenheiten und Brauchtümer Beachtung finden.

Lerne die Bevölkerung ihre Geschichte schätzen, erkenne sie auch ihren unschätzbaren Wert und sei der Weg für den Erhalt der Kultur, die Traditionen und der Identität der Pantaneiros geebnet, so die Forscher.