Wasserkraft sorgt im Pantanal für Konflikte

Veröffentlicht am 1. Juli 2015 - 13:38h unter Pantanal News

Wasserregulierung mit WasserfallDas brasilianische Energiesystem fußt auf der Wasserkraft. Die sorgt im Pantanal allerdings für Kopfzerbrechen, da einige der Flüsse des größten Feuchtgebietes der Welt zur Stromproduktion immer stärker zerstückelt werden. Jetzt sind vorerst 21 Umweltgenehmigungen für den Bau von kleineren Wasserkraftwerken außer Kraft gesetzt worden. Gefordert wird indes eine umfassende Studie, bei der die Auswirkungen aller Kraftwerke analysiert werden sollen.

Betroffen sind von der Außerkraftsetzung der Genehmigungen Stauwerke, die im Becken des Flusses Sepotuba in Tangará da Serra entstehen sollen oder bereits im Bau sind. Für sie sind zwar gemeinsam mit dem Genehmigungsantrag Umweltanalysen eingereicht worden, allerdings wurden diese vom Gericht nun als unzureichend erachtet, da sie nur Teilabschnitte betrachten. Darüber hinaus wurde vom Komitee Bacia Hidrográfica do Sepotuba (CBH) sowie vom Gericht eine Studie gefordert, bei der nicht nur die Auswirkungen eines einzelnes Wasserkraftwerkes, sondern die aller untersucht werden sollen.

Die Studie soll zudem die Orte aufzeigen, an denen der Bau eines Wasserkraftwerkes die geringsten Auswirkungen auf die Umwelt hätte. Befürchtet wird, dass die Aneinanderreihung der Stauwerke das Ökosystem und die Fischbestände der Flüsse Juba und Sepotuba beeinträchtigen werden.

Insgesamt sind 23 kleine Kraftwerksstationen und zwei Wasserkraftwerke an den Flüssen Juba und Sepotuba geplant, in Bau oder bereits in Betrieb. Lediglich die beiden Kraftwerke Juba I und II können jedoch eine umfassende Umweltstudie vorweisen.

Das Flußbecken Sepotuba ist indes für den Fluss Paraguai, einem der Hauptflüsse des Pantanal, von enormer Bedeutung und ebenso für die Quellen des Feuchtgebietes. Das Becken umfasst mehr als 984.000 Hektar und erstreckt sich über acht Munizipien. Neben dem hohen ökologischen Wert sind die Fließgewässer ebenso für den Tourismus, den Transport und die Landwirtschaft von Bedeutung. Auch die Bereiche sollen nun mit der neuen Studie berücksichtigt werden.