Riesen-Gürteltierbaby Alex tot in Erdhöhle gefunden

Veröffentlicht am 6. Juli 2015 - 14:26h unter Pantanal News

Vor zwei Jahren ist im Pantanal das Riesen-Gürteltierbaby Alex zur Welt gekommen. Jetzt ist der Kleine tot in seiner Erdhöhle aufgefunden worden. Die Forscher vermuten, dass er an den Folgen eines Jaguar-Angriffes gestorben ist. Fotos vom mit seiner Mutter spielenden Alex sind rund um die Welt gegangen und haben gezeigt, dass die Riesen-Gürteltiere eine intime Beziehung zu ihren Jungen pflegen.

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Weil über das nachtaktive Tatu gigante und seine Lebensweise wenig bekannt ist, haben Forscher im Pantanal etliche Kameras aufgestellt, die rund um die Uhr Fotos von den Tieren liefern. Das Natur-Big-Brother war die erste Langzeitstudie, bei der die Riesengürteltiere im Mittelpunkt standen. Entstanden sind dabei ebenso Bilder von einem weiblichen Gürteltier, das offensichtlich mit seinem Jungen spielte. Isabelle und Alex, wie die beiden getauft wurden, eroberten schnell nicht nur die Herzen der Forscher.

Mit Hilfe der Bilder haben die Wissenschaftler und Biologen um Arnaud Desbiez herausgefunden, dass anders als vermutet Mutter und Jungtier über mehr als ein Jahr hinweg eine enge Beziehung pflegen. Entdeckt haben sie ebenso, dass die Höhlen der Gürteltiere von mindestens 30 weiteren Tierarten benutzt werden und die tatus alle paar Tage ihre Erdhöhlen wechseln.

Nach Medienberichten hatten die Forscher Ende Juni bemerkt, dass Alex seine Höhle seit Tagen nicht mehr verlassen hatte. Als sie den Erdbau aufgruben entdeckten sie dann das tote Jungtier. Nach eingehenderen Untersuchungen kamen der Leiter des Projektes “Riesengürteltier des Pantanal“, Arnaud Desbiez, und sein Team zu dem Schluß, dass Alex wahrscheinlich von einem Jaguar tödlich verwundet worden war. Verletzt soll er einen alten Bau seiner Mutter aufgesucht haben und dort dort gestorben sein.

Riesen-Gürteltiere sind eindrucksvolle Tiere, die eine Körperlänge von über 1,50 Meter haben und 30 Kilogramm wiegen können. Auch wenn das Projekt bereits viele Erkenntnisse geliefert hat, sind allerdings noch etliche Fragen offen. Unbekannt ist beispielsweise noch, ab wann die Jungtiere geschlechtsreif sind oder in welchem Abstand die Jungtiere zur Welt kommen. Wenig bekannt ist ebenso über ihren tatsächlichen Bestand. Feststeht indes, dass sie eine gefährdete Art sind. Dazu tragen unter anderem die Zerstörung ihrer Lebensräume bei, die Bejagung und ebenso der Straßenverkehr.