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Jaguare und Riesenotter des Pantanals erhalten Ausweisnummern

Veröffentlicht am 31. Januar 2020 - 13:21h unter Pantanal News

Onça (Jaguar) – Foto: 17803500/Fotolia.com

Im Pantanal sind die Jaguare nicht anonym. Mit Hilfe des Projektes Bichos do Pantanal werden sie identifiziert und fotografriert, um dann eine Art Ausweisnummer zu erhalten. Auf diese Weise haben die Forscher herausgefunden, dass sich die Wildkatzen je nach Region unterschiedlich verhalten.

Ähnlich wie der Fingerabdruck eines Menschen hat jeder Jaguar seine ganz persönliche Fellzeichnung. Dies gilt besonders für den Gesichtsbereich. Mit strategisch angeordneten, selbstauslösenden Kameras, lassen sich deshalb die Tiere nicht nur lokalisieren, sondern anhand der Fotos auch auseinanderhalten.

Das gilt auch für die Riesenotter (Pteronura brasiliensis) oder Ariranhas, wie sie in Brasilien genannt werden. Ihr persönliches Merkmal sind helle Flecken an Hals- und Brustbereich.

In der Region Alto Pantanal bei Cáceres und Porto Estrela sind auf diese Weise über das Projekt Bichos do Pantanal bereits 81 Jaguare (Panthera onca) und 48 Riesenotter identifiziert worden. Einmal identifiziert und katalogisiert haben die Forscher Besonderheiten bei den Gruppen der Tiere entdeckt.

So verlassen die Jaguargruppen bei Überschwemmungen ihr eigentliches Gebiet. Während die Gruppen in der Region von Porto Jofre nach dem Absinken der Wasserstände in der gleichen Zusammensetzung zurückkommen, ziehen in die Region des Rio Paraguai andere Jaguare ein. Woher diese neue Gruppen kommen, ist bisher noch unbekannt.

Neuzugänge gibt es auch bei den Riesenottern. Die leben in den Trockenperioden ebenso in Gruppen. In der Überschwemmungszeit verteilen sie sich hingegen auf ein größeres Gebiet. Nach Abzug des Hochwassers vereinen sie sich wieder zur Gruppe. Dann gibt es allerdings neue Mitglieder, was für den Genaustausch der Gruppe von großer Bedeutung ist, wie der amerikanische Ökologe Douglas Trent hervorhebt.

Er studiert die Tierwelt des Pantanal seit drei Jahrzehnten und ist Gründer des Instituto Sustentar, das wiederum das Projekt Bichos do Pantanal ins Leben gerufen hat. Partner des Projektes ist die Universität Mato Grosso (Unemat).