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Statt Beute Selfie – Tourismusbranche Pantanals wirbt für Angelsport mit Nullquote

Veröffentlicht am 6. März 2020 - 14:05h unter Pantanal News

Ein stattlicher Pacu – Foto: sabiá brasilinfo

Im Pantanal steht beim Angeln nicht die Beute, sondern ein Selfie mit Fisch im Vordergrund. Das gilt zumindest für das Sportangeln. Bei dem werden die Fische nicht erlegt, sondern nach dem Fang wieder in den Fluss entlassen. Unternehmer der Pantanal-Stadt Corumbá wollen diese Art des Angelns jetzt noch stärker bewerben.

Hintergrund ist die “Cota Zero“ (Nullquote). Die wurde im vergangenen Jahr im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul erlassen. Mit der Nullquote soll der Fischbestand der Flüsse des größten Feuchtgebietes der Welt geschützt und erhalten werden. Nach dieser wären Amateurfischer und Sportangler eigentlich dazu verpflichtet, ihre Fänge gänzlich wieder ins Wasser zu entlassen.

Das Gesetz ist allerdings nicht bei allen auf Begeisterung gestoßen. Wegen wiederholten Protesten und Kritiken seitens einiger Unternehmer der Tourismusbranche ist es abgeschwächt worden. Statt überhaupt keinen Fisch mit nach Hause zu nehmen oder zu verköstigen, dürfen die Angler jetzt ein Exemplar und fünf Piranhas behalten.

In Corumbá hat sich jedoch die große Mehrheit der Reiseagenturen, Hotel- und Bootsbesitzer sowie andere Unternehmen der Reisebranche für die Nullquote ausgesprochen. Die wollen sie nun mit einer eigenen Kampagne bewerben. Einen Einbruch beim Angel-Tourismus durch diese Regeleung befürchten sie nicht. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Ihrer Meinung nach wird durch sie der Fischreichtum geschützt und damit auch das Standbein des Angel-Tourismus.

Die “Cota Zero“ und das “Pesque e solte“ (übersetzt etwa “Angeln und Freilassen“) wird von der Vereinigung der Tourismusbranche Corumbás (Acert) deshalb ausdrücklich unterstützt. Ihr Ziel ist es, auch ihre Kunden, die Touristen und Angler, von den Vorzügen dieser Praktik zu überzeugen. Sie werben mit einem nachhaltigen Tourismus, der Angeln und Naturgenuss verbindet.