Töne des Pantanals in 200 Terabytes festgehalten

Veröffentlicht am 20. Januar 2018 - 17:59h unter Pantanal News

Im Pantanal wird die Tierwelt nicht nur anhand von visuellen Beobachtungen erforscht, sondern ebenso über deren Geräusche. Mit Tonaufnahmen wollen die Forscher herausfinden, welche Tierarten im größten Feuchtgebiet der Welt leben und wie stark ihr Bestand. Antworten erhoffen sie sich auch auf die Frage nach Beeinträchtigungen und deren Auswirkungen auf das Biom.

In einem Gebiet von 30 Quadratkilometern haben die Forscher selbstauslösende Kameras für Foto- und Videoaufnahmen angebracht. Sie registrieren nicht nur Jaguar, Wolf, Reh und andere Säugetiere des Pantanals, sondern ebenso Wetterdaten und Mondphasen.

Ergänzt werden die bildlichen Daten mit Tonaufnahmen. Die werden von speziellen Geräten erfasst, die ebenso für den Menschen unhörbare Frequenzen aufnehmen. Sie sollen unter anderem Daten von Tieren liefern, die nicht mit Hilfe der Kameras erfasst werden. Dazu gehören auch Grillen, Vögel oder Zikaden. Selbst die Töne der Kaimane werden festgehalten und analysiert.

Seit dem Start des Projektes vor drei Jahren ist bereits die stattliche Menge von 200 Terabytes an Daten gesammelt worden. Sie sollen in naher Zukunft auch von Nicht-Forschern über das Internet abgerufen werden können. Gearbeitet wird darüber hinaus an einer Software, mit der die Tierart anhand seiner Geräusche bestimmt werden kann.

„Sons do Pantanal“ heißt das Projekt, mit dem die Geräuschkulisse des einzigartigen Bioms erforscht wird. Koordiniert wird es gemeinsam von der Universität Mato Grosso (UFMT) und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Partner sind ebenso Forschungseinrichtungen in Bulgarien und Slowenien.