Anú-branco (Guirakuckuck)

Veröffentlicht am 29. Juni 2008 - 14:02h unter Vögel im Pantanal

Portugiesisch: Anú-branco
Familie: CUCULIDAE
Spezies: Guira guira
Deutsch: Guirakuckuck

Körperlänge: 36 bis 38 cm. Der weisse Anú ist erkennbar an seiner Krone aus langen, gelbbraunen Federn – Unterkörper weissgelb gefärbt und der hintere Dorso weiss. Er bewohnt Cerrados und Campos mit ausladenden Bäumen und hat sich vollkommen an das Zusammenleben mit dem Fazenda-Personal gewöhnt. Man sieht ihn gewöhnlich in Banden von bis zu 20 Exemplaren. Er begleitet die Rinder beim Grasen, wie auch der „Schwarze-Anú“, und fängt Insekten (Heuschrecken, Zikaden, Ameisen), die von den grasenden Rindern aufgescheucht werden. Wie auch sein europäischer Vertreter, raubt er auch gern die Eier und Nestlinge anderer Vögel. Er ernährt sich ausserdem noch von Kleinamphibien. Das Nest wird individuell oder auch in Kolonien angelegt, ausgepolstert mit einigen grünen Blättern. Die sehr schön gefärbten, grünblauen Eier besitzen eine dicke Schale mit unregelmässig gerastertem Relief.

Guira_guira_national_aviary Anú-branco (Guirakuckuck)

Fotos: commons.wikimedia.org by Patrick Coin (Für Detailansicht Bild anklicken!)

Kuriositäten: Ein männlicher Anú kann bis zu 140 Gramm wiegen – ein Weibchen bis 143 Gramm. Das Gelege besteht aus durchschnittlich 10 Eiern. Die Brutzeit beträgt 10 bis15 Tage. Der Gesang des Vogels ist melodiös und recht ähnlich wie der des „Schwarzen Anú“. Wo immer sich die Anús aufhalten, stellen sie einen der Vögel als „Wachen“ auf – der alarmiert die ganze Bande, wenn sich Gefahr, in Form eines Raubvogels oder auch eines Menschen, nähert. Ist es kalt und regnerisch, sitzen die Tiere ganz dicht nebeneinander um sich zu wärmen. Im Fall einer Nist-Kolonie, wird man immer auch intakte Eier am Boden unter den Nestern finden: eifersüchtige Weibchen werfen die Eier ihrer Nachbarinnen aus deren Nestern, wenn sie unbeobachtet sind – die dickschaligen Eier zerbrechen dabei selten.