Deutlich mehr Jaguare im Pantanal als vermutet

Veröffentlicht am 8. Mai 2014 - 16:01h unter Pantanal News

20130922_8200Im Pantanal leben mehr gefleckte Jaguare als bisher angenommen. Zu diesem erfreulichen Ergebnis kam eine Studie, die sich mit den Großkatzen im Pantanal beschäftigt. Danach wurden bisher entlang des Flusses Paraguay in der Region der Stadt Cáceres im Bundesstaat Mato Grosso stolze 54 verschiedene „Onça-pintada“ gezählt.

Im Projekt “Bichos do Pantanal” (Tiere des Pantanal) werden die Jaguare anhand ihrer Flecken auf der Stirn identifiziert. Diese fallen wie Fingerabdrücke bei jedem Tier verschieden aus. Um einen Jaguar zu identifizieren reicht es deshalb, ein Foto von ihm anzufertigen. Den Forschern erleichtert dies die Arbeit, da sie somit die Jaguare zur Identifizierung nicht betäuben müssen. Darüber hinaus können sie ebenso auf Fotos zurückgreifen, die beispielsweise mit Hilfe der App iNaturalis aufgenommen wurden. Die App registriert via GPS den genauen Standort, an dem das Foto entstanden ist.

Die 54 bisher registrierten Jaguare kamen den Forschern in der Nähe der Umweltstation Taimã vor die Kamera. Die Wissenschaftler durchforsteten dazu 300 Kilometer entlang des Flusses in der Nähe der bolivianischen Grenze. Die Studie ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Die Zahl der registrierten Tiere kann sich deshalb durchaus noch erhöhen. Durchgeführt und koordiniert wird die Erhebung vom Instituto Sustentar de Responsabilidade Socioambiental.

In den 70er und 80er Jahren waren die Jaguare im Pantanal kaum noch anzutreffen. In der Zeit sind sie unter anderem wegen ihres Fells gejagt worden, auch um die Damen der Welt mit Pelzmänteln zu versorgen. Die Jagd ist längst verboten, das Tier unter Schutz gestellt und Kontrollen sind eingeführt worden. Seine Anzahl wurde allerdings auch durch die Umwandlung seines natürlichen Lebensraumes in Weiden und Acker dezimiert. Dennoch konnte sich ihr Bestand erfreulicherweise in den vergangenen Jahren wieder erholen. Dazu beigetragen haben ebenso Naturschützer und Nichtregierungsorganisationen sowie Aufklärungsmaßnahmen.