Foto vom spielenden Riesengürtel im Pantanal überrascht Forscher

Veröffentlicht am 23. Januar 2015 - 07:21h unter Pantanal News

guerteltierEin mit einer versteckten Kamera im Pantanal aufgenommenes Foto sorgt derzeit unter Biologen für Aufregung. Es zeigt ein Riesengürteltier, das mit seiner Mutter spielt, was eine bisher unbekannte Verhaltensweise des Tieres ist. Darüber hinaus ist das Bild beim BBC-Wettbewerb für Fotos, die mit einer versteckten Kamera aufgenommen wurden, ausgezeichnet worden.

Dass Mutter und Sohn spielen, kommt auch im Tierreich vor. Allerdings war dieses Verhalten bisher nicht bei den Tatu-canstra (Priodontes maximus) bekannt. Das Foto des Forschers Arnaud Desbiez zeigt jedoch den 17 Monate alten “Alex” beim Spielen mit seiner Mutter. Der französische Zoologe Arnaud Desbiez ist Experte in Sachen Gürteltier. Gemeinsam mit brasilianischen Forschern studiert er sie im Pantanal seit 2010.

Das Tatu-canstra ist das größte Gürteltier der Welt. In Brasilien sind schon Exemplare mit bis zu 1,50 Meter Länge und einem Gewicht von 60 Kilogramm registriert worden. Die Tiere sind in der Lage bis zu fünf Meter lange Tunnels zu graben. Die wiederum dienen auch über 25 anderen Tierarten der einzigartigen Feuchtsavanne als Versteck, zum Ausruhen oder als kühlender Zufluchtsort in der Hitze des Tages. In der Erde, die von den Tatus beim Graben nach außen gefördert wird, finden viele andere Tierarten zudem Nahrung wie Samen und Insekten, wie mit den Kameraufnahmen des Forschungsteams belegt wird.

Die Aufnahmen zeigen auch, dass der kleine Alex immer noch die Tunnel nutzt, die seine Mutter gegraben hat. Hin und wieder übernachtet er sogar noch gemeinsam mit seiner Mutter in einem der Tunnels, wie Desbiez erklärt. Die Studien des Projektes „Riesengürtel des Pantanal“ verdeutlichen, wie aufwendig die Erziehungsarbeit der Tatu-canastras ist, was wiederum zu einer geringeren Fortpflanzungsrate führt. Sie sind zudem eine wichtige Grundlage für bessere Schutzmaßnahmen des schüchternen, nachtaktiven und vom Aussterben bedrohten Tieres.

Eine kleine Anerkennung seiner Arbeit haben Desbiez und das Forschungsteam nun mit dem BBC-Preis erhalten. Unter 877 Konkurrenten erzielte das Foto vom spielenden Riesengürteltier den zweiten Platz in der Kategorie “neue Verhaltensweisen” der Zeitschrift BBC Wildlife.