Im Pantanal entsteht größte Kaimanfarm der Welt

Veröffentlicht am 31. März 2016 - 18:32h unter Pantanal News

Über Jahrzehnte hinweg sind die Kaimane im Pantanal gejagt worden. Ihr Fleisch und Leder ist immer noch gefragt. Mittlerweile wird indes auf Fazendas gesetzt, um die Reptilien zu züchten. Die Umweltbehörde Imasul hat nun eine Genehmigung für ein Zentrum in der Region Corumbá und Ladário ausgestellt, das neben Zuchteinrichtungen auch Kühlhäuser, Metzgerei und Laden für den Verkauf von Kunsthandwerkprodukten aus Kaimanleder umfasst.

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Erteilt wurde die Genehmigung dem weltweit größten Unternehmen, das Kaimane züchtet und industriealisiert. Mit der Zucht der “Jacarés do Pantanal“ hat die Caimasul in Corumbá schon 2015 begonnen. In dutzenden Gehegen tummeln sich auf der “Fazenda de Jacarés Caimasul“ mittlerweile über 50.000 dieser Reptilien.

Aufgebaut wurde die Zucht mit im Pantanal eingesammelten Eiern, der dort vorkommenden Kaimane. Von den Umweltbehörden war auch dazu eine Genehmigung ausgestellt worden.

Jetzt soll auf dem 150 Hektar umfassenden Gelände an der Staatsstraße BR-262 Kühl- und Schlachthäuser sowie eine Fabrik zur Herstellung des Reptilienfutters gebaut werden. Geplant ist zudem eine Fabrik zur Lederherstellung und ein Laden, in dem in der Region hergestellte handwerkliche Produkte aus dem Kaimanleder verkauft werden.

In der nahe der bolivischen Grenze gelegenen Region wird das Kaiman-Zentrum als Beitrag zur Wirtschaft und ebenso den Tourismus gesehen. Vorgesehen sind 100 direkte und 200 indirekte Arbeitsplätze. Die Schützer der in freier Wildbahn lebenden Jacarés erhoffen sich von den Kaimanfazendas indes, dass die illegale Jagd auf die Reptilien weiter abnimmt.

Laut dem Unternehmen ist es Ziel, den Bestand in vier Jahren auf 250.000 und die Schlachtmenge auf 100.000 Tiere pro Jahr zu erhöhen.