Pantanal: Erstmals mobiler Gerichtssaal per Schiff auf Rio Paraguai im Einsatz

Veröffentlicht am 25. Februar 2015 - 07:28h unter Pantanal News

ribeirinhojpgEntlang der Flüsse des Pantanal gibt es etliche Siedlungen, die nur schwer zu erreichen sind. Für viele ist der Wasserweg die einzige Verbindung. Über den Fluss kommen nun auch Richter, Staatsanwalt und Verteidiger zu den Anwohnern, der “ribeirinhos“. Das Projekt wird gemeinsam von der Justiz des Bundesstaates Mato Grosso do Suls und der brasilianischen Marine durchgeführt.

Wenn sich am 2. März das Hospital-Schiff Tenente Maximiano auf dem Rio Paraguai auf den Weg macht, werden nicht nur Ärzte und Krankenpfleger an Bord sein. Erstmals werden ebenso Vertreter der Justiz bei der Reise zu den abgelegenen Siedlungen entlang des Flusses dabei sein. Ziel ist es, die Flußanlieger über ihre Rechte zu informieren und ebenso mehr über die Konflikte und die rechtlichen Probleme der ribeirinhos zu erfahren, für die eine Reise in die Stadt Corumbá oft eine große Hürde darstellt. Darüber hinaus sollen kleinere Fälle gleich vor Ort gelöst werden. Auch bei möglichen Fällen von Gewalt gegen Frauen, Kinder und Jugendlichen hoffen die Mitarbeiter der Justiz eingreifen zu können.

Zunächst sollen die Bewohner der Siedlungen bis zum Porto Murtinho in den Genuß des mobilen Gerichts kommen. Ihre Zahl wird auf etwa 600 Menschen geschätzt. Sie gehören zum Gerichtsbezirk Corumbá, der als größter Bezirk des Bundesstaates Mato Grosso do Sul gilt. Eine weitere Besonderheit des Gebietes ist es, dass der Fluß Paraguai eine natürliche Grenze zu den Nachbarländern Paraguay und Bolivien darstellt.