Touristen sollen Forschern bei Bestandsaufnahme im Pantanal helfen

Veröffentlicht am 26. August 2014 - 15:02h unter Pantanal News

9752681161_6b5ba2fa93_zBesucher des Pantanal können den Wissenschaftlern künftig bei ihrer Arbeit helfen. Nach Willen der Wissenschaftler sollen sie mit ihrem Handy Fotos von Tieren und Pflanzen machen und sich bei iNaturalist registrieren. Auf diese wiederum greifen dann die Forscher des Projektes „Tiere des Pantanal“ zu, die mit der amerikanischen Universität in Kansas bereits ein Abkommen geschlossen haben. Denn betreut wird iNaturalist von der Universität in Kansas.

Ziel ist es, die von den Forschern gesammelten Daten mit denen von den Touristen zu vereinen, um so eine möglichst umfassende Datenbank zu erhalten. Immerhin können die Wissenschafltler und Forscher nicht immer zur Stelle und auch nicht überall sein. Mit Hilfe der Touristen und dem Datenbanksystem iNaturalist stehen ihnen jedoch zusätzliche Informationen zur Verfügung. Das System ist einfach. Während das Foto gemacht wird, werden automatisch Daten über Zeit und via GPS auch den Ort gespeichert. Werden diese beispielsweise über Flickr, Google+ oder Picasa veröffentlicht, gehen sie gleichzeitig auch in die Datenbank von iNaturalist ein. Notwendig ist dazu lediglich eine vorhergehende Registrierung über die Seite „Bichos do Pantanal“ oder bei iNaturalist sowie die entsprechende Smartphone-App.

Douglas Trent, Forscher des Projektes Bichos do Pantanal, erhofft sich dabei auch Fotos vom gefleckten Jaguar. Er selbst hat bei Cáceres in einem Gebiet von 300 Quadratkilometern bereits 51 gefleckte Jaguare registriert. Erstaunlich daran ist, dass die Biologen von einem Revier von 70 Quadratkilometern pro Tier ausgehen. Dennoch glaubt Trent nicht an eine überhöhte Populationsdichte. Vielmehr geht er davon aus, dass sich etliche der Tiere nur auf dem Durchzug befunden haben, da in jeder Saison neue Tiere beobachtet würden. Unterscheiden lassen sich die Jaguare anhand ihres typischen Fleckenmusters. Mit Hilfe von iNaturalist erhofft sich der Ökologe weitere Aufschlüsse, wohin die Tiere ziehen.

Mit etwas Glück können Touristen oder Bewohner des Pantanal, die sich an dem Projekt beteiligen, sogar in wissenschaftlichen Abhandlungen genannt werden, sollte ihr Foto zu neuen Erkenntnissen beitragen.