Wasserpflanze des Pantanal bildet Base für französisches Parfüm

Veröffentlicht am 3. August 2015 - 07:19h unter Pantanal News

Closeup of Flowering Water Hyacinth (Eichhornia crassipes)Das Pantanal wird künftig die Nasen der Europäer verwöhnen. Die Grundlage dazu ist eine typische Wasserpflanze des größten Feuchtgebietes der Welt, die Aguapé genannt wird. Deren Blätter nutzt ein französisches Unternehmen nun zur Herstellung von Parfüm.

Dass das französische Unternehmen auf die Wasser-Hyazinthe gestoßen ist, ist einer Gruppe von Frauen zu verdanken, die sich in der Pantanal-Stadt Ladário zusammen geschlossen hat, um aus dem Aguapé artesanato zu machen. Sie stellen aus den Fasern der Wasserpflanze Taschen, Körbe, Topfuntersetzer, Schachteln und ebenso Schmuck her. Wie sie die Aguapé ernten und verarbeiten wurde in einer Fernsehreportage gezeigt. Durch sie sind Mitarbeiter des Unternehmens auf die Pflanze aufmerksam geworden.

Verwendet werden für das Artesanato nur die Fasern der Aguapé. Wenn die Frauen ihren Rohstoff in den Gewässern des Pantanal ernten, lassen die deshalb die Blätter am Ufer zurück. Genau die sind es, die nun an den Parfümhersteller gehen, wie Eliza Vasques erklärt, Präsidentin der Vereinigung Mulheres de Fibra. Die Frauen bekommen dafür ein zusätzliches Entgelt und die Europäer ein Parfüm, das den Namen “Aguapé“ erhalten hat.

Die Wasser-Hyazinthe ist im Pantanal weit verbreitet. Dennoch beachten die Frauen bei ihrer Ernte einige Regeln, um deren Fortbestand zu gewähren. So werden nur so viele Pflanzen entnommen, wie verarbeitet werden. Darüber hinaus garantieren die Frauen, dass sie nicht die ganze Wurzel der aguapé herausziehen und zudem den Rest wieder ins Wasser werfen, die nach kürzester Zeit wieder neue Pflanzen bilden.