Cabeça-seca (Waldstorch)

Veröffentlicht am 30. Juni 2008 - 12:30h unter Vögel im Pantanal

Portugiesisch: Cabeça-seca
Familie: CICONIIDAE
Spezies: Mycteria americana
Deutsch: Waldstorch

Körperlänge: 95 cm. Der Cabeça-seca ist der kleinste Vertreter der drei brasilianischen Storchenarten. Das männliche Tier ist grösser als das weibliche. Man findet sie sowohl einzeln als auch in Gruppen. Sie bewohnen die Überschwemmungsgebiete, Flussufer und Seen. Sie ernähren sich vorwiegend von Fischen, fangen aber auch Frösche, kleine Schlangen und Insekten. Um ihre Nahrung aufzustöbern, stelzen die Vögel im flachen Wasser zwischen den Algen und Wasserpflanzen umher und drehen sie mit den Füssen um. Gleichzeitig öffnet das Tier ruckartig einen seiner Flügel – immer wieder – was wahrscheinlich seine Beutetiere im Wasser aufschreckt.

Sie werden mit Hilfe des gekrümmten Schnabels eingefangen, den der Storch bei der Nahrungssuche stets halbgeöffnet unter der Wasseroberfläche entlangführt, und der mit feinen Sensoren an der Schnabelspitze ausgerüstet ist – so braucht er zum Beute machen keinen visuellen Kontakt mit dieser! Die Vögel postieren ihre Nester aus Zweigen auf höheren Bäumen – in der Regel in grossen Kolonien, zusammen mit anderen Wasservogel-Arten. Diese gemeinschaftlichen Brutstätten nennt man im Pantanal „Ninhais“ oder auch „Viveiros“. Die Jungvögel sind bedeckt von weissen Federn und auch ihr Kopf ist befiedert – erst im erwachsenen Alter bildet sich dann der für diese Storchenart typische nackte Kopf und Hals, was ihm den volkstümlichen Namen „Trockenkopf“ oder auch „Glatzkopf“ eingebracht hat.

Cabeça-secaCabeça-seca1

Fotos: commons.wikimedia.org by Patrick Coin (Für Detailansicht Bild anklicken!)

Kuriositäten: Ein Cabeça-seca wiegt um die 2,8 kg. Diese Vögel unternehmen auch „Jagden im Kollektiv“, indem sie sich zu Dutzenden, Seite an Seite durchs Wasser watend fortbewegen: sie treiben die Fische vor sich her, dem Ufer zu, und machen dann reiche Beute. Im Pantanal gesellen sie sich gerne zu den Reihern und Ibissen, mit denen sie Kolonien von bis zu 20.000 Vögeln bilden, den „Ninhais“.

Die Tiere haben eine Lebenserwartung von bis zu 27 Jahren! Sie erreichen ihre Fortpflanzungsfähigkeit erst im Alter von 4 Jahren!