Fische des Pantanal-Aquariums: Debakel wird zur Erfolgsstory

Veröffentlicht am 26. September 2017 - 18:35h unter Pantanal News

Eigentlich hätten die Fische nur ein paar Wochen in Quarantäne sein sollen. Daraus sind jetzt Jahre geworden, weil ihr eigentlicher Bestimmungsort, das Pantanal-Aquarium, immer noch nicht fertig ist. Was Biologen einst Sorgen bereitet hat, wird mittlerweile positiv gesehen. Die Fische vermehren sich und es konnten erstaunliche Erkenntnisse über einige Arten des Pantanals gewonnen werden.

Aquarium Pantanal – Foto: Screenshot

Was mit einem Debakel angefangen hat, ist zur Erfolgsstory geworden. Noch bevor das Aquarium bezugsfertig war, sind bereits die künftigen Bewohner eingetroffen. Die Fische wurden zunächst in provisorischen Behältern zur Quarantäne gegeben. Unter der Aufsicht einer dafür zuständigen Firma sind 2015 allerdings über 6.000 Fische verendet.

Seitdem befinden sich Rochen, Piranhas und andere Fische in der Obhut der Umweltpolizei (Polícia Militar Ambiental), in diversen kleinen und großen Aquarien, Becken und Schwimmbecken. Biologen, Tierärzten, Chemiker, Zoologen und andere Experten sorgen rund um die Uhr für das Wohl der Fische.

Das Ergebnis deren Einsatzes ist beeindruckend. Mittlerweile leben dort 9.000 Fische 172 verschiedener Arten. Mindestens 3.000 von ihnen stammen aus der Nachzucht.

Gelungen ist dabei erstmals auch die Nachzucht verschiedener Arten, wie Rochen, Cascudo (Harnischwels), Lambari do Campo (Flossensalmler) und der Peixe Anual. Möglich wurden durch die provisorische Unterbringung auch verschiedene Studien. Die Biologen sprechen von neuen Erkenntnissen über die Fische des Pantanals.

Wann die Fische endlich das ihnen zugedachte Quartier beziehen können, ist nach wie vor offen.

Begonnen wurde mit dem Bau des “Aquário do Pantanal“ im Jahr 2011. Es sollte das größte Süßwasseraquarium Brasiliens werden. Sein futuristisch anmutender Bau steht. Allerdings ist er längst noch nicht fertig. Stattdessen wird vor Gerichten um weitere Zahlungen und auch über Korruptionsvorwürfe gestritten.

Über 200 Millionen Reais (umgerechnet derzeit etwa 54 Millionen Euro) hat das Projekt bereits verschlungen. Damit ist es eins der teuersten Aquarien Brasiliens.