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Pantanal Kultur » Seite 4

Veröffentlicht am 24. März 2012 - 08:08h

Abschliessende Betrachtungen

Die kulturelle Identität des Pantanal setzt sich aus zahllosen Nuancen zusammen, dank der Absorption nationaler und regionaler Kultur, sowie jener der Nachbarländer, unter denen sich besonders Paraguay auszeichnet, dessen Kultur die “Pantaneiros“ besonders geprägt hat. Dieses Gefüge hat sich gefestigt mittels unterschiedlicher Begegnungen mit der natürlichen Umgebung, die eine Entwicklung der Viehzucht begünstigten, in extensiver Praxis, was zwei Jahrhunderte lang der relativen Erhaltung des natürlichen Ambientes förderlich war und eine der reichsten Biodiversifikationen des Planeten vor einer Degradation bewahrt hat.

Allein diese Tatsache ist genug, um die Notwendigkeit hervorzuheben, die Bewohner des Pantanal kennenzulernen und zu respektieren. Sie waren stets Protagonisten im Festhalten an Gewohnheiten und Regeln, die sich der historischen und gesellschaftlichen Identität des Pantanal als förderlich erwiesen haben, ohne es deshalb vor dem technischen Fortschritt zu verschliessen, der langsam alle seine Winkel erobert und die Menschen zwingt, die Wege der lokalen Wirtschaft neu zu überdenken und zu redimensionieren.

Man weiss, dass die Erziehung eine der effizientesten Formen darstellt, das kulturelle Erbe kennenzulernen und zu bewahren, das heisst, durch die Aktionen der Schule, in Übereinstimmung mit ihren pädagogischen Projekten und Programmen. Ein solches pädagogisches Projekt für die Erziehung der neuen “Pantaneiro-Generation“ sollte sich in der Verquickung von Kultur und Tradition bewegen, offen auch für die Anpassung technologischer Werte.

Pantaneiro way of of life
World Environment Day
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Reflexos do Pantanal
Cavalo Pantaneiro, Poconé (MT)
Cavalo Pantaneiro, Poconé (MT)
IMG_8190 Tucano - Pantanal - Brasil
IMG_8152 Araras - Pantanal - Brasil
IMG_8114 Periquito - Pantanal - Brasil
Cervo Pantaneiro
essential
Pantanal
Pantanal
Pantanal
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Vor diesem Hintergrund erscheint es notwendig, dass man lernt, und zwar bald, das Pantanal-Ambiente neu zu überdenken, die schulische Erziehung als wissenschaftlich-pädagogisches Instrument den ambientalen und wirtschaftlichen Erfordernissen gleichermassen anzupassen. Aber dies wird erst geschehen können, wenn die Verantwortlichen für die didaktisch-pädagogischen Richtlinien eine Anstrengung machen, und sich von der traditionellen Weise befreien, die Realität zu betrachten, und stattdessen nach Wegen suchen, die Lebensqualität im Pantanal zu verbessern – besonders für die “Peões“ und das Fazenda-Personal. In diesem Projekt sollten ebenfalls durchführbare Vorschläge zur Verbesserung der Produktivität enthalten sein, das heisst, zur Schaffung von Konditionen der lokalen Produktion von kommerzialisierbaren Gütern, die zu einer Lohnerhöhung für das Personal beitragen könnten.

Eine der grossen Unsicherheiten der “Pantaneiros“ betrifft die Tatsache, das die extensive Viehwirtschaft zwar bis vor kurzem die lokale Wirtschaft angetrieben und das kulturelle Profil der Region geprägt hat, neuerdings aber gegenüber anderen agileren Märkten an Position verliert. Diese Situation zwingt die Züchter, die im Pantanal verblieben sind, sich an neue wirtschaftliche Alternativen zu gewöhnen, wie zum Beispiel den Ökotourismus oder die Aufzucht von Alligatoren und Fischen. Einige von ihnen verteidigen eine bessere Nutzung der Biovielfalt und schlagen die Einführung von Aktivitäten vor, die mit der Bienezucht oder der Herstellung von Kunsthandwerk einhergehen. Kein Zweifel, dass solche Aktivitäten die Pantanal-Routine verändern und in die Lebensweise seiner Bewohner eingreifen werden – neue Arbeitsplätze mit neuen Konditionen werden entstehen, die beitragen, den Arbeiter ins landwirtschaftliche Milieu zu integrieren.

Um die Kultur der Pantanalbewohner kennenzulernen und zu verstehen, ist es nötig, dass man wieder erlernt, die unterschiedlichen Kulturen zu betrachten und zu akzeptieren, die sich einst hier zusammengefunden haben. Jede dieser Kulturen besitzt ihre eigene Logik, ihre eigene Art und Weise im Umgang mit dem sie umgebenden Ambiente. Aber, wie Morin (2000, S.54-55) argumentiert: “Lernen ist einfach – wieder erlernen ist schwierig. Wieder erlernen heisst, die gedanklichen Strukturen zu verändern“. Trotzdem sind Aufnahmebereitschaft und guter Wille unumgänglich, um dem Vorurteil begegnen zu können, das zur Schlussfolgerung verleitet, dass es nicht der Mühe wert sei, die verschiedenen Nuancen der lokalen Kultur kennenzulernen.